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Einbrecher sind „lautlos arbeitende Hebeltäter“

Tag des Einbruchschutzes Einbrecher sind „lautlos arbeitende Hebeltäter“

Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt – auch in Göttingen. Mehr als 200 dieser Delikte registrierte die hiesige Polizei allein im vergangenen Jahr. Daher beteiligte sie sich am Sonntag am bundesweiten Tag des Einbruchschutzes und informierte die Bürger in der Polizeiinspektion über Gefahren und Präventionsmaßnahmen.

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Göttingen . „Wir möchten den Bürgern zeigen, wie sie ihr Haus oder ihre Wohnung besser vor Einbrüchen schützen können“, sagte Margret Reinecke, Koordinatorin in der Prävention.

Schwachpunkte seien vor allem Fenster, Terrassen- und Kellertüren. Hier gelte es nachzubessern. Ziel müsse es dabei sein, die Täter aufzuhalten. Denn diese hielten sich maximal fünf Minuten mit dem Versuch auf, zum Beispiel ein Fenster aufzuhebeln. „In jedem dritten Fall bleibt es somit beim Versuch“, sagte Reinecke. Reinecke warb auch darum, aufmerksamer zu sein.

Viele Einbrüche könnten so verhindert werden. „Wir haben schon mal einen Einbrecher bei unseren Nachbarn am Haus gesehen und die Polizei alarmiert“, erzählte Familie Neuhaus aus Göttingen, die die Veranstaltung besuchte.

Norbert Esemann vom Präventionsteam zeigte derweil mit einem Schraubendreher, wie schnell Einbrecher ein herkömmliches Fenster aufhebeln können. Auch eine schlecht geschützte Terrassentür lasse sich so in wenigen Sekunden öffnen – und zwar ohne viel Lärm. Die Einbrecher seien in der Regel „lautlos arbeitende Hebeltäter“, sagte Esemann und riet den Anwesenden, Sicherheitssysteme nachzurüsten. Das sei schon ab 150 Euro pro Fenster möglich, sagte Frank Lipphardt von Metallbau Lipphardt.

Es gibt aber auch Tipps der Polizei, die nicht viel Geld kosten: Türen immer abschließen; Fenster und Terrassentüren schließen, wenn man nicht zu Hause ist; niemals Schlüssel draußen verstecken; wenn ein Schlüssel verloren geht, Schließzylinder austauschen.

Kleine Tipps mit großer Wirkung. Denn ein Einbruch habe nicht nur für die Versicherung Folgen, sagte Achim Loose, Beauftragter für Kriminalprävention, sondern auch für die Bewohner. „Die Seele leidet.“ Denn die Täter würden Schubladen und Schränke durchwühlen, somit also in die Intimsphäre der Menschen eindringen. „Damit haben viele Opfer Schwierigkeiten.“

Das Präventionsteam der Polizei berät Bürger auch vor Ort. Informationen unter Telefon 05 51 / 4 91 23 07.

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