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Einbruchserie reißt nicht ab

Göttingen Einbruchserie reißt nicht ab

Die Einbruchserie in Göttingen und der Region reißt nicht ab. Wie die Polizei mitteilte, ist es am Dienstag am Sandweg in Göttingen zu einem weiteren Einbruchsversuch gekommen. Bei Firmen für Sicherheitstechnik steigt derweil die Nachfrage.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Bei dem erneuten Fall in Göttingen hebelten die Täter erst ein Außenrollo auf, dann schlugen sie das Fenster mit einem Stein ein. Die Bewohnerin hörte den Knall, schaltete das Licht ein und schlug die Täter so in die Flucht.

Die Göttinger Polizei reagierte unlängst mit der „Beratungsoffensive für wirksamen Einbruchsschutz“ auf die steigende Zahl an Einbrüchen. Seit April dieses Jahres berät Marko Otte als Einbruchsschutzberater Göttinger Bürger, welche Möglichkeiten des Schutzes sich ihnen bieten. Otte: „Uns liegt es am Herzen, die Menschen zu sensibilisieren.“ Er sagt auch: „Der zweite Schritt ist wichtig.“ Die Beratung als präventive Hilfestellung alleine reiche nicht aus. Das richtige Verhalten in Verbindung mit einer mechanischen Sicherungstechnik sei das zu empfehlende „Komplettpaket“. Dazu gehöre, „mit dem Partner einmal um das Haus zu gehen und zu gucken: Wo müssen wir uns schützen?“. Keinesfalls sollte man zudem die Haustür abschließen und den Schlüssel außerhalb des Hauses verstecken.

Auch bei den Firmen für Alarmanlagen und Sicherheitstechnik machen sich die häufigen Einbrüche bemerkbar: „Es gibt ein absolut gesteigertes Interesse“, sagt Lutz Neumann, Geschäftsführer von Wendler Alarmanlagen in Adelebsen. Er verweist noch auf einen weiteren Aspekt: „Am Ende sind es die psychologischen Schäden, die die größte Nachwirkung haben.“ Daher müsse jeder selbst entscheiden: „Wie viel ist mir die häusliche Sicherheit wert?“. Ab 2.500 Euro könne eine „sehr vernünftige Alarmtechnik“ eingebaut werden, meint Neumann und ergänzt: „Das Verhalten ist das A und O - und das kostet gar kein Geld.“

Dazu, dass ein vierstelliger Betrag manch einem zu viel Geld für Sicherheitstechnik ist, sagt Detlev Pape: „Selbstverständlich, ich kann das verstehen.“ Der Geschäftsführer von Bode Energie- und Sicherheitstechnik in Göttingen fügt aber an: „Es gibt es noch zu viele, die denken: Mir kann das nicht passieren.“ Und: Was viele auch nicht kennen würden, sei das Gefühl: „Hier war jemand, der sich jetzt bei uns auskennt“, sagt Pape.

„Jeder Einbruch ist für die Betroffenen der persönliche Supergau“, erklärt auch Otte. Eine psychologische Beratung könnten die Schutzberater aber nicht leisten. „Wir geben grundsätzliche Tipps, wie man sich verhalten sollte, und dürfen Firmen empfehlen, die durch das Landeskriminalamt zertifiziert sind.“ Dass die Bürger zu naiv mit dem Thema umgehen, glaube er nicht. Die Polizei versuche natürlich, jeden Einbruch zu verhindern. Aber das sei „schwierig“. Gerade die „dunkle Jahreszeit“ sei die „Haupt-Tatzeit“. „Das primäre Ziel ist, dass kein Täter in ein fremdes Haus kommt“, sagt der Polizist. yah

Die „Beratungsoffensive“ der Polizei

Mit gezielten Aktionen wie etwa Präventionsstreifen und Kontrollaktionen will die Polizeiinspektion Göttingen der aktuellen Entwicklung entgegentreten. Ziel: Tätern ihr kriminelles Vorgehen erschweren. Zudem informieren zertifizierte Fachbetriebe aus der Region und Experten der Polizei über aktuelle Tatbegehungsweisen, identifizieren klassische Schwachstellen am Objekt und stellen wirksame mechanische sowie elektronische Sicherungstechnik vor, so die Polizei. Die nächste Beratungsveranstaltung findet am Donnerstag, 1. Dezember, in der Zeit von 18 bis 20 Uhr im Dienstgebäude an der Otto-Hahn-Straße 2 in Weende statt. Anmeldungen zur Teilnahme nimmt das Präventionsteam der Polizeiinspektion Göttingen unter Telefon 0551/ 4912306 entgegen. yah/afu

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