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Eine "Katastrophe für Grone"

Grone will Kontaktbereichsbeamte behalten Eine "Katastrophe für Grone"

Mit einer gemeinsamen Resolution haben die Parteien im Groner Ortsrat an die Polizeidirektion Göttingen appelliert, die Anzahl der Kontaktbereichsbeamten in Göttingen auf dem jetzigen Stand zu erhalten. Einstimmig hat der Ortsrat die Resolution in der jüngsten Sitzung verabschiedet.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Grone. Darin fordern die Ortspolitiker von SPD, CDU, Grüne, FDP und der Wählergemeinschaft Göttinger Linke den Rat, Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) und die Stadtverwaltung auf, in Gesprächen mit Polizeipräsident Uwe Lührig und dem Polizeidirektor Thomas Rath deutlich zu machen, dass aus Sicht des Ortsrates mindestens der heutige Personalbestand der Kontaktbereichsbeamten beibehalten werden muss.

 

"Auch in Grone ist der Kontaktbereichsbeamte wichtiger Ansprechpartner für die Bürger. Die Kontaktbereichsbeamten sichern Schul- und Kindergartenwege, beraten Eltern, Kinder, Schulen, Kindertagesstätten und Seniorenheime. Sie leisten einen hervorragenden Dienst im Unterricht, aber auch zum Beispiel in der Konflikt- und Gewaltprävention", heißt es in der Begründung des Ortsrates.

Ortsbürgermeisterin Birgit Sterr (SPD) hält es für "völlig falsch" hier Personal einzusparen. Die Kontaktbereichsbeamten verkörperten das positive Bild der Polizei als "Freund und Helfer". Es wäre eine Katastrophe für Grone, wenn es keine Kontaktbereichsbeamten im Stadtteil mehr gebe, so Sterr.

Der Ortsrat beruft sich auch auf eine Sitzung des Landtages im Mai 2014. Dort hatte die Landesregierung die Kontaktbereichsbeamten "als polizeiliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner" dargestellt, die  "vor Ort einen unverzichtbaren Bestandteil zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit in Niedersachsen" darstellten.

Auch Geismars Ortsbürgermeister Thomas Harms (Grüne) gibt sich verwundert über die Pläne der Polizei: "Hier die von der Bevölkerung hochgeschätzten Polizisten im Quartier abzuziehen, bedeutet eine gefühlte Sicherheit bei den Menschen wegfallen zu lassen." Gerade in Geismar mit knapp 20000 Einwohnern werde ein Ansprechpartner in Uniform gebraucht.

Auch und gerade Flüchtlinge aus Polizeistaaten könnten im Kontakt mit dem Polizisten "ein positives Gefühl zu einem funktionierenden Rechtsstaat aufbauen". Außerdem bemängelt Harms die dann wegfallende Verkehrserziehung in den Kitas und Schulen.

 Nach jetzigen Plänen der Polizei soll die Zahl der Kontaktbereichsbeamten in Göttingen drastisch reduziert werden. Statt sieben werde es künftig nur noch zwei bis maximal drei Beamte in dieser Funktion geben. Grund: Göttingen verfüge im Vergleich zu anderen Städten über überproportional viele Kontaktbereichsbeamte, argumentiert die Polizeidirektion Göttingen.

Generell sei ein Beamter pro 75000 Einwohner vorgesehen. Göttingen verfüge aber über mehr als viermal so viel wie der Richtwert. Durch die Personaleinsparung soll der Einsatz- und Streifendienst verstärkt werden. Der Abbau der Kontaktbereichsbeamten soll sich auf einen Zeitraum von etwa fünf Jahren erstrecken.

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