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Eine Runde Monopoly

Tageblatt-Kolumne zum Wochenende Eine Runde Monopoly

"Bund will Geschäfte mit Bargeld über 5000 Euro verbieten" - was für eine Schlagzeile. Das ist kein Witz, sondern stand in der Zeitung. In dieser Zeitung. Zur Begründung heißt es in dem Beitrag: "Das Limit soll helfen, die Finanzströme von Terroristen auszutrocknen." Herrlicher Plan.

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Stellv. Chefredakteur des Tageblatts: Christoph Oppermann.

Quelle: Heller

Ich stelle mir gerade vor, wie ein Gauner den anderen zum Abschluss eines illegalen Waffendeals um die Kreditkarte bittet. Ein gewisses Grundvertrauen ist in diesem Metier offenbar unbedingt vorauszusetzen, und bar auf die Kralle wäre dann ja auch verboten. Und wer täte schon Verbotenes? Bargeld-Limitierung in Deutschland wird IS-Strippenzieher und -Bombenleger in der syrischen Wüste unglaublich beeindrucken.

Der Gedanke ist es dennoch wert, weiterverfolgt zu werden. Warum nicht allen Nicht-Terroristen beispielsweise das Autofahren verbieten? Die Wagen, die dann dennoch unterwegs sind, können die Ermittler dann trennscharf dem Organisierten Verbrechen zuordnen - oder es ist nur der Autor dieser Zeilen, der den Nachschub an Rauchwaren nicht ohne Motorisierung beschaffen will - was dem einen oder anderen inzwischen auch fast als Terrorismus gilt. Fällt Kippenkauf eigentlich schon unter Geldwäsche? Interessiert mich - ha, ha, ha - brennend.

Ich verbuche diese ganze Bargeld-Arie einfach mal unter politischem Schaden wegen zu großer Nähe zum Rosenmontag. Und am Wochenende gibt's ganz old-fashioned eine Runde Monopoly.

Christoph Oppermann

 

 

Sie erreichen den Autor unter c.oppermann@goettinger-tageblatt.de und auf Twitter unter @tooppermann

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