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„Eingeborene Göttinger“: Ursula und Horst Scheele feiern Eiserne Hochzeit

Intakte Familie „Eingeborene Göttinger“: Ursula und Horst Scheele feiern Eiserne Hochzeit

„Intakte Familie ist unsere Überschrift“, sagt Horst Scheele zu seiner Ehe. Bitteschön. Er und seine Ursula sind seit 65 Jahren verheiratet. Wie sie sich kennengelernt haben? „Das ist eine kurze Geschichte“, sagt Ursula Scheele. „Das ist eine lange Geschichte“, sagt ihr Mann.

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Am Adventskranz: Ursula und Horst Scheele.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Das erste Mal hätten sie sich als Jugendliche im Göttinger Stadttheater, dem heutigen Deutschen Theater, gesehen. Heinrich von Kleists „Der zerbrochne Krug“ ist vielleicht nicht das beste Omen für eine Ehe – „unsere hat aber gehalten“,  sagt Horst Scheele.

Im zweiten Weltkrieg haben sich die Beiden aus den Augen verloren, nach der Kriegsgefangenschaft hatte er es nur einem Handballspiel zu verdanken, dass er seine zukünftige Frau überhaupt wiedergetroffen hat. Nach dem Spiel gegen Roringen fragte der sportbegeisterte „eingeborene Göttinger“ seine Ursula nach einer Kopfschmerztablette. Die Antwort: „Da musst du schon mit nach Hause kommen.“ Das hat er gemacht.

Am 10. Dezember 1949 haben sie in Roringen geheiratet. Als erstes Paar sind sie dort zur Kirche mit einem Auto vorgefahren, dem Buick des amerikanischen Mannes ihrer Cousine. Ein baugleiches Auto hat 50 Jahre später sein Sohn zur Goldenen Hochzeit aufgetrieben, was die Scheeles heute noch rührt. Sowieso erzählen sie gerne von ihren Kindern – und deren Kindern, denn die Familie ist mit den Jahren gewachsen. Zwei Kinder, vier Großkinder und eine Urenkelkind seien die Bilanz. „Alle im Top-Zustand“, sagt Horst Scheele lachend. „Aber leider, wie das halt so ist, weit verstreut.“

Im Sommer diesen Jahres mussten sie einige Rückschläge einstecken. Eine Verletzung seiner Frau am ersten Tag des gemeinsamen Urlaubs und eine Operation für ihren Mann haben Scheeles einige Nerven gekostet. Jetzt sind beide aber wieder wohlauf und freuen sich auf eine ruhige Weihnachtszeit.

Das Jubiläum werden sie im kleinen Kreis mit Familie und Freunden verbringen. Die kämen, so Horst Scheele, der 30 Jahre lang bei der Wohnungsbau gearbeitet hat, vor allem aus seinem Kegelclub, bei dem er bereits 50 Jahre Mitglied sei. „Eine ganz unwahrscheinliche Gemeinschaft“, lobt er. Mit den gleichen Worten ließe sich auch seine Ehe beschreiben.

Von Jonas Rohde

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