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Einsatz nach Explosion und nach Todesfällen

Statistik der Notfallseelsorger Einsatz nach Explosion und nach Todesfällen

41-mal sind die Mitarbeiter der ökumenischen Notfallseelsorge in der Region Göttingen im vergangenen Jahr im Einsatz gewesen. Das sind rund 40 Prozent mehr Einsätze als 2009, als die Geistlichen 29-mal gerufen wurden. Das hat das Team aus evangelischen und katholischen Geistlichen bekannt gegeben.

„Die schwersten Einsätze 2010 waren sicher die nach der Bombenexplosion auf dem Schützenplatz“, erinnert sich Pastoralreferent Torsten Thiel. „Da haben wir viele Gespräche vor allem auch mit den Rettungskräften geführt.“ Bei der Entschärfung einer Weltkriegsbombe in Göttingen hatte es am 1. Juni des vergangenen Jahres eine Explosion mit drei Toten und weiteren Schwerverletzten gegeben. 13 Notfallseelsorger waren damals im Einsatz. Sie kümmerten sich um die evakuierten Bürger, führten Gespräche mit Polizisten und betreuten vor allem die Einsatzkräfte, die an der Unglücksstelle waren, um die Toten und Verletzten zu bergen.

„Das, was man in so einer Situation eigentlich nur tun kann, ist da zu sein und den Menschen in ihrem Gefühlschaos das Gefühl zu geben: Es ist jetzt jemand für dich da. Aber mit Worten ist kaum etwas möglich in so einer tragischen Situation“, so Thiel.

16-mal wurde im vergangenen Jahr darüber hinaus ein Notfallseelsorger gerufen, um Angehörige nach einem plötzlichen Todesfall, einem Unfall mit Todesfolge oder einer plötzlichen schweren Erkrankung zu betreuen. Dreimal mussten die Seelsorger gemeinsam mit der Polizei eine Todesnachricht überbringen. „In solchen Situationen versuchen wir einfach durch unser Dasein Botschafter des Lebens zu sein“, so Pastoralreferent Andreas Kieslich. „Wenn den Menschen der Boden unter den Füßen weggezogen wird, verschaffen wir ihnen neue Trittsicherheit.“ Auch Angehörige nach einem Suizid zu betreuen oder ihnen nach einem Fall von häuslicher Gewalt zur Seite zu stehen, gehörte im vergangenen Jahr zu den Aufgaben der Seelsorger.

Zu ihrem Einsatz werden die Notfallseelsorger stets von den Rettungsdiensten gerufen: im vergangenen Jahr am häufigsten von der Feuerwehr (24-mal) und der Polizei (11-mal). Dem Team der ökumenischen Notfallseelsorge in der Region Göttingen gehören 15 evangelische und katholische Pastoren, Diakone und Pastoralreferenten an.

(kpg/bar)

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