Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
„Einsparungen wesentlich höher als Mehrkosten“

Kalkarmes Trinkwasser „Einsparungen wesentlich höher als Mehrkosten“

Mehr als zwei Jahre ist es her, dass der Rat der Gemeinde Rosdorf auf Drängen der CDU die Verwaltung beauftragt hat, Möglichkeiten des Bezugs von kalkärmerem Trinkwasser für alle Rosdorfer Haushalte prüfen zu lassen. Jetzt wurden erste Ergebnisse öffentlich präsentiert. Rund 100 Bürger waren erschienen – und forderten ein schnelles Handeln.

Voriger Artikel
Polizei fasst Serien-Autoknacker: 80 Taten sind aufgeklärt
Nächster Artikel
Stadtteilbüro auf Leineberg eröffnet

Das Trinkwasser in Rosdorf ist stark kalkhaltig.

Quelle: Christina Hinzmann

Das Trinkwasser in Rosdorf ist stark kalkhaltig, das gibt auch der zuständige Wasserverband Leine-Süd unumwunden zu. Härtegrade von 20 und mehr sind keine Seltenheit. Auch die Gemeinde Friedland, für die der Wasserverband ebenfalls zuständig ist, ist betroffen.

In Rosdorf aber regt sich nun erster Widerstand. Vor mehr als zwei Jahren brachte der Rat auf Drängen der CDU eine Untersuchung ins Rollen, deren Ergebnisse jetzt öffentlich präsentiert wurden. Möglichkeiten sollten aufgezeigt werden, wie man in Zukunft kalkärmeres Wasser beziehen könnte. Das Ergebnis lässt sich wie folgt zusammenfassen: Es gibt Möglichkeiten, doch alle kosten Geld. Im Umkehrschluss ließe sich jedoch auch eine Menge Geld einsparen. Die rund 100 Teilnehmer der Info-Veranstaltung jedenfalls forderten teils lautstark ein schnelles Handeln der Verantwortlichen.

Schnell kristallisierte sich in jedem Fall ein erstes Meinungsbild heraus. So will man wohl eher kein Mischwasser von den Göttinger Stadtwerken oder gar reines Harzwasser beziehen, weil beides als zu teuer angesehen wird. Zudem möchte man sich nicht in Abhängigkeiten begeben, also lieber das angestammte Wasser aus Tiefenbrunn behalten.

25 bis 40 Euro mehr pro Jahr

Dieses Wasser müsste dann jedoch enthärtet werden, wie es in der Fachsprache heißt. Die verschiedenen Möglichkeiten zeigte Michael Zech vom Ingenieur-Büro Rinne & Partner auf. Die günstigste dabei: die sogenannte Membranfiltration. Investitionskosten: 1,2 Millionen Euro. Der Preis für einen Kubikmeter Wasser, der derzeit bei 1,31 Euro liegt, würde sich um 24 Cent erhöhen. Auf eine Vierköpfige Familie würden somit Mehrkosten von 25 bis 40 Euro pro Jahr zukommen. „Das sollte man im Auge behalten“, riet Zech. 

Gerhard Winter (CDU) konnte über die zu erwartenden Mehrausgaben nur müde lächeln: „Die Einsparungen sind wesentlich höher als die Mehrkosten“, rechnete er vor und erntete Applaus. Denn so  könne er sich dann beispielsweise das kostenintensive Entkalken des Wassers sparen, ergänzte ein anderer Zuhörer. Vom Verschleiß der Haushaltsgeräte gar nicht zu reden.

Die Vertreter des Wasserverbandes reagierten zurückhaltend. Verbandsvorsteher Andreas Friedrichs erinnerte an die „weiter steigenden Investitionskosten“. Er könne schon ohne die Änderungen nicht versprechen, dass der Wasserpreis in Zukunft stabil bleibe. Denn: „Qualität kostet Geld.“ Dennoch wolle man, wenn es einen entsprechenden politischen Auftrag gebe, alles daran setzen, diesen auch umzusetzen. Im Jahr 2010 könne man aber frühestens „ins Detail gehen“.

Den Bürgern indes war selbst dieser optimistische Zeitplan Friedrichs zu wenig. Sie forderten ein schnelles Handeln. Jetzt aber ist erst einmal die Politik gefordert.

Von Andreas Fuhrmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Göttingen
Landtagswahl: So feiern die Parteien in Göttingen und der Region