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Einstimmig für zeitnahen Breitbandausbau

Bauausschuss Göttingen Einstimmig für zeitnahen Breitbandausbau

Wo im Landkreis Göttingen der Breitbandausbau für Privatunternehmen nicht lukrativ ist, sollen nach dem Willen des Bauausschusses künftig Zuschüsse fließen. Am Dienstag sprachen sich die Mitglieder für das „Wirtschaftlichkeitslückenmodell“ aus, die Kosten bleiben vorerst geheim.

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Quelle: Archiv (Symbolbild)

Göttingen. Grund dafür sind nach Worten von Landrat Bernhard Reuter (SPD) im Vorfeld der Ausschreibung die „Betriebsgeheimnisse“ der Internetanbieter. Diese haben bisher nur bei einem Interessenbekundungsverfahrens die erwarteten Kosten bei der Erschließung unrentabler Haushalte mitgeteilt - nicht verbindlich, aber die letzendliche Größenordnung stimme wohl „plus-minus ein wenig“, sagte Detlev Dohmeyer vom beauftragten Planungsbüro OFP.

Das Alternative „Betreibermodell“ ist Reuter zufolge allerdings mit „Risiken behaftet“: Die Investionskosten hätten einmalig 30 Millionen Euro betragen, die Betriebskosten hätten außerdem nicht aus Bundesförderprogrammen finanziert werden können. Die jetzt gewählte Variante hält er für wirtschaftlicher.

Breitbandausbau

Ursprünglich hatte der Landkreis nach Angaben von Detlev Barth, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Göttingen (WRG), einen eigenen Ausbau des Glasfasernetzes ins Auge gefasst. Für die rund 1000 Megabit pro Sekunde (Mbit) Bandbreite starken Leitungen bis zum Endkunden hätten rund 4000 Kilometer Kabel verlegt werden müssen, außerdem hätte der Landkreis teilweise die Betriebskosten getragen.

Beim nun gewählten Wirtschaftlichkeitslückenmodell kommt für all das der Netzbetreiber auf, der für die Verlegung der Kabel einmalig bezuschusst wird. In 85 Prozent des Versorgungsgebiets sollen dann zwischen 50 und 100 Mbit zur Verfügung stehen. Nach Angaben von Reuter gibt es derzeit drei interessierte Betreiber. Barth zufolge gehört dazu auch die Telekom.

Für die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft, Verkehr, Bauen, Planen und Energie waren die Kosten zweitrangig: „Abstimmen, anfangen“, war die Devise von Thorsten Heinze (SPD), und Ute Haferburg (Grüne) überzeugte die „tolle Versorgung in einem kurzen Zeitraum“. Auch die CDU/FDP-Gruppe hat ihre Zustimmung im Kreistag angekündigt: Angesichts der rund 4000 Haushalte mit weniger als 16 Mbit Bandbreite sei „höchste Eisenbahn“ geboten, sagte Lars Denecke (CDU).

Dem würde Reuter zufolge nur das gewählte Wirtschaftlichkeitslückenmodell gerecht: Der Ausbau soll im kommenden Jahr beginnen und 2018 abgeschlossen sein. Das sei auch wegen der „Förderkulisse“ der Bundesregierung nötig: Die jüngsten Programme kämen nur Projekten zugute, die dann abgeschlossen sein. Am Mittwoch, 22. Juni, will der Kreistag endgültig über das Vorhaben entscheiden.

Von Christoph Höland

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