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Betreten des Eises verboten

Rote Fahne am Göttinger Kiessee Betreten des Eises verboten

Rote Fahne am Kiessee-Ufer: Wer das erste Eis in diesem Winter auf Göttingens größtem Freizeit-See betritt, begibt sich in Lebensgefahr. Auch nach fünf Tagen Frost ist es zurzeit nur 0,5 bis einen Zentimeter dick, warnt die Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GöSF).

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Die niedrigen Temperaturen haben schon eine dünne Eisdecke auf den Kiessee gezaubert.

Quelle: Bänsch

Göttingen. Bis auf dem Kiessee eine tragfähige Eisschicht entsteht, „muss es schon etliche Tage durchgehend frieren“, erklärte am Mittwoch Martin Burkert: „Wenn das Eis dann acht bis zehn Zentimeter misst, könnte man über eine Freigabe anfangen nachzudenken.“ Der GöSF-Angestellte und Platzwart im Jahnstadion ist mit seinen Kollegen für die Eiszeit auf dem See zuständig. Wenn es friert, messen sie regelmäßig nach: an den Bootshäusern und am gegenüberliegenden Ufer im Bereich des Spielplatzes. „An diesen Stellen ist es immer an dünnsten“, so Burkert.

„Wir geben das Eis frühestens ab 13 Zentimeter Stärke frei“, ergänzte GöSF-Geschäftsführer Alexander Frey - „aber nur, wenn es komplett und ohne Lufteinschlüsse durchgefroren ist. Denn die Dicke alleine sage nichts darüber aus, ob das Eis auch tragfähig ist, erklärte er weiter. Wenn es zwischendurch zum Beispiel taut und dann wieder friert, gebe es brüchige Einschlüsse. Und wenn es nach ein paar Tagen Frost schneit, wachse eine vorhandene Eisschicht nicht weiter, auch wenn es wieder stark friert. „Der Schnee wirkt dann wie eine Isolierschicht“, so Frey.

Um das alles richtig einzuschätzen, sei viel Erfahrung hilfreich, erst Recht, wenn vielleicht Hunderte oder Tausende Besucher aufs Eis wollen. Seit Mitte der 1970er-Jahre sei das frühere Sport und Bäderamt und die daraus entstandene GöSF für die Eis-Freigabe am Kiessee zuständig, erinnert sich Frey. Wenn sich Eis bildet, es aber noch zu schwach ist, würden am West- und Ostufer rote Fahnen zur Warnung gehisst. Das bedeutet: Betreten der Eisfläche verboten. Wer es trotzdem tut, begehe eine Ordnungswidrigkeit, für die er unter Umständen bezahlen muss, erklärte Frey. Auch ihn selbst habe die Polizei schon einmal mit mahnendem Zeigefinger vom Eis geholt – als er mit einem Kollegen nachmessen wollte.

Messtechnik

Um die Eisstärke zu messen, bohren Matin Burkert und die anderen Mitarbeiter der GöSF mit einem Elektrobohrer ein Loch ins Eis. Mit dem Haken an seinem Ende setzen sie ein einfaches Maßband an der Unterkante der Eisschicht an lesen oben die Stärke ab.

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