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"CityCat" kehrt in Göttingen

Testlauf "CityCat" kehrt in Göttingen

Sie ist weiß, wendig und leise: Eine elektrisch betriebene "CityCat"-Kehrmaschine war in den vergangenen zwei Tagen bei den Göttinger Entsorgungsbetrieben (GEB) im Einsatz.  Im Vergleich zu einer herkömmlichen, mit Dieselmotor betriebenen  Kehrmaschine ist sie etwa zehn Dezibel leiser. 

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Sie ist weiß, wendig und leise: Eine elektrisch betriebene "CityCat"-Kehrmaschine war in den vergangenen zwei Tagen bei den Göttinger Entsorgungsbetrieben (GEB) im Einsatz.

Quelle: Mischke

Göttingen. Mit einer Akkuladung kann die neue Maschine nach Herstellerangaben einen Arbeitstag durchhalten. "Die Akkuladezeit liegt bei etwa zweieinhalb Stunden, wenn der Akku komplett leer ist", berichtete Andreas Spiegelhauer von der Firma Bucher bei der Präsentation der Maschine am Donnerstag. Geladen werden kann die Kehrmaschine über eine Steckdose für Elektroautos oder auch über eine normale Steckdose.Allerdings sei dies aufgrund der langen Ladezeit nur eine Notlösung. Die Lithium-Ionen-Batterie behalte über 3000 Ladezyklen, was etwa zehn Jahren entspricht, ihre volle Leistungsfähigkeit.

"CityCat" kehrt in Göttingen

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Auch wenn die "CityCat"-Maschine leiser ist, so soll sie doch die gleiche Leistung wie ihre über Verbrennungsmotoren verfügenden Kollegen erreichen. Dies konnte auch beim Test in Göttingen bestätigt werden. "Unser Fahrer, der die Maschine getestet hat, war mit der Arbeitsleistung zufrieden", berichtete Wolfgang Lindner, Disponent für Straßenreinigung bei den Göttinger Entsorgungsbetrieben. Er könne damit die Bereiche, die er säubern müsse, genauso gut bearbeiten wie mit einer anderen Kehrmaschine.

"Die Angaben zur Einsatzdauer scheinen auch zu stimmen. Denn als der CityCat hier ankam, hatte er noch 84 Prozent Akku, und nach fünf Stunden im Einsatz waren es noch 48 Prozent", sagte Lindner. Bis zu 26 Tonnen Kohlenstoffdioxid soll die Maschine im Vergleich zu einer herkömmlichen Kehrmaschine jährlich einsparen können. Denn der "CityCat" sei nicht nur leiser, sondern auch abgasfrei.

Allerdings sind die Anschaffungskosten  mit etwa 312 000 Euro auch etwa dreimal höher als bei einer Dieselmaschine. Ein Vorteil sei jedoch, dass die Wartungskosten für den Motor wegfallen würden. "Die mechanischen Ersatzteile sind auch nicht teurer, da es die sind, die auch in den herkömmlichen Kehrmaschinen verwendet werden", erklärte Spiegelhauer. Daher sei auch die Nachfrage relativ groß, weshalb die Maschine derzeit nicht länger als zwei Tage in einem Betrieb zu Testzwecken bleiben könne.

Im Einsatz sind elektrisch betriebene "CityCat"-Kehrmaschinen bereits in Herne, Münster und Freiburg. Insbesondere seien sie dort im Innenstadt-Bereich unterwegs. Dies sei auch eine Einsatzüberlegung für Göttingen, um den Geräuschpegel insbesondere am frühen Morgen zu verringern, erklärte Spiegelhauer. Dass die Maschine im Einsatz, außer beim Rückwärts-Fahren, kaum zu hören sei, habe auch der Test in Göttingen bestätigt.

"Die Anschaffung einer solchen Maschine ist für uns grundsätzlich eine Überlegung wert. Denn die Anschaffungskosten sind bei Dingen, die mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu tun haben, immer höher", sagte Dirk Brandenburg, kaufmännischer Leiter der GEB. Aus seiner Sicht sei auch das Risiko des  vorzeitigen Versagens der Akkus gelöst worden, indem der Hersteller dafür jetzt auch ein Leasing-Modell anbiete.

Auch wenn es bei den Göttinger Entsorgungsbetrieben bereits seit längerem Überlegungen gebe, eine elektrische Kehrmaschine anzuschaffen, so sei doch noch nicht klar, ob diese auf Dauer gesehen tatsächlich wirtschaftlicher sei als Dieselfahrzeuge. "Hier fehlen einfach noch die Erfahrungswerte", sagte Brandenburg. Der Hersteller spricht davon, dass die Wartungs-, Service- und Reparaturkosten niedrig seien.  "Hierdurch sollen  die Betriebskosten für die Maschine um rund 75 Prozent geringer seien, als bei herkömmlichen Dieselmotoren", erläuterte Brandenburg. 

Von Vera Wölk

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