Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Elliehäuser Vereine suchen händeringend neue Räume

Schließung des Gasthauses Berge Elliehäuser Vereine suchen händeringend neue Räume

Das Gasthaus Berge in Elliehausen schließt im Februar 2018 nach 130 Jahren seine Türen. Betreiber Udo Berge (64) und seine Schwester Renate Ludwig (75) verkaufen ihr Familienunternehmen. Das hat Auswirkungen auf viele Elliehäuser Vereine, besonders auf den Theaterclub Gasparone.

Voriger Artikel
19-Jährige vom Fahrrad gestoßen
Nächster Artikel
Briefwahl ab Mittwoch

Beim Kirmesumzug in Elliehausen war die Schließung des Gasthauses Berge ein bestimmendes Thema.

Quelle: Helge Schneemann

Elliehausen. Berge und Ludwig betreiben seit 30 Jahren die Gaststätte in Elliehausen in dritter Generation. Viele Vereine aus Elliehausen nutzen seit Jahrzehnten die Räume des Gasthauses für Tagungen, Proben, Ausstellungen, Versammlungen und Aufführungen. Der SV Gelb-Weiß Elliehausen hat im Gasthaus Berge sogar seit seiner Gründung seine Vereinsstätte angesiedelt. Der Verein nutzte den Saal des Gasthauses in den Anfangsjahren zum Turnen, später wurde dort Tischtennis gespielt. Und die Fußballer haben sich bis in die 1960er-Jahre bei Heimspielen dort umgezogen. Momentan hält die Tanzsparte des SV Gelb-Weiß im Saal des Gasthauses Berge ihre Übungsabende ab.

Anfang August erfuhren die Elliehäuser Vereine von der Schließung des Gasthauses. „Natürlich waren wir alle im Verein etwas erschrocken, als wir diese Nachricht in einem persönlichen Brief von Renate erhielten“, erzählt Siegfried Machemehl, Vorsitzender des Rassegeflügelzuchtvereins Göttingen Grone (RGZV). Die Betreiber hätten allen Vereinen gleichzeitig Bescheid gegeben. Kommuniziert wurde die Schließung also früh genug. „Das war sehr fair, auch dass sie uns unsere Saison noch zu Ende haben spielen lassen“, betont Gerd Frädrich, Vorsitzender des Theaterclubs Gasparone.

Maßgeschneiderte Kulissen

Trotzdem habe besonders der Theaterclub Gasparone an der jetzigen Situation zu knabbern. Seit mehreren Jahren probt der Verein im Gasthaus Berge und führt dort seine Theaterstücke auf. „Unsere Kulissen sind maßgeschneidert für die Bühne des Gasthauses. Diese Investition ist nun umsonst“, klagt Frädrich. Er habe natürlich Verständnis für die Entscheidung der Betreiber. Als Wirt zu arbeiten, sei ein harter und stressiger Beruf. „Die Schließung war abzusehen, trotzdem konnten wir uns nicht darauf vorbereiten“, meint Frädrich.

Seit 1997 nutzt der RGZV das Gasthaus Berge einmal im Monat für seine Versammlungen, jeden Februar für seine Jahreshauptversammlung, für die Kükenschau und den niedersächsischen Zuchtstamm am Karfreitag sowie für seine Weihnachtsfeier im Dezember. „Wir sind traurig, dass nach unserer Jahreshauptversammlung 2018 endgültig Schluss sein wird“, sagt Machemehl. Aber im Gegensatz zum Theaterclub Gasparone hat der RGZV schon eine „neue Heimat“ gefunden: Das Gasthaus Wille in Holtensen steht ihm ab März 2018 zur ersten Monatsversammlung zur Verfügung. Direkt in Elliehausen hat der Verein keinen Ersatz gefunden.

Keine Alternativen

„Unser Theaterclub schlägt der Politik schon seit mindestens fünf Jahren vor, in Elliehausen ein Bürgerhaus für die Vereine zu bauen“, sagt Frädrich, der keine räumliche Alternative für die Proben und Aufführungen seines Vereins sieht. Die Schule in Elliehausen wird zurzeit umgebaut, sodass die dortige Bühne auch nicht genutzt werden kann. Weitere Ausweichmöglichkeiten „für große Veranstaltungen“ gebe es in Elliehausen nicht, meint auch Rüdiger Pflaum, Vorsitzender des SV Gelb-Weiß Elliehausen. „Wir arbeiten mit allen Elliehäuser Vereinen gemeinsam an der Entwicklung von Alternativlösungen für den Ort“, sagt Günther Helberg, Vorsitzender des SC Eintracht Elliehausen.

Die jetzige Saison nach der Kirmes in Elliehausen bis Februar 2018 kann der Theaterclub Gasparone noch durchführen, worüber dessen Mitglieder „sehr froh und dankbar“ sind. „Es ist nur so schade, weil wir im nächsten Jahr unser 70-jähriges Bestehen haben. Drei der damaligen Gründungsmitglieder leben noch, und ihnen hätte ich gerne eine Feier im Gasthaus Berge ermöglicht“, sagt Frädrich. Ohne geeigneten Raum wird jedoch kein Fest möglich sein. Frädrich versucht trotz der schlechten Aussichten, optimistisch zu bleiben: „Vielleicht können wir ja noch ein weiteres Jahr im Gasthaus Berge proben und aufführen, wenn doch nicht verkauft wird.“

Von Kimberly Fiebig

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Göttingen
Die Bilder der Woche vom 4. bis 10. November 2017