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Endgültig entschieden: Schule schließt

Mehrheit im Rat Gleichen gibt Standort Reinhausen auf Endgültig entschieden: Schule schließt

Die Entscheidung ist endgültig: Ab Sommer 2011 schließt die Gemeinde Gleichen schrittweise die Grundschule Reinhausen. Das hat der Rat am Mittwoch mit den Stimmen von CDU, FDP, Grünen und BsP (Bürger statt Partei) beschlossen. Erneut aber vergeblich hatte die SPD in der Debatte ihre Gegenargumente vorgetragen und mehrfach an die anderen Ratsmitglieder appelliert, die Entscheidung auszusetzen.

Tief enttäuscht verließen Eltern, Schulvertreter und andere Bürger Reinhausens am späten Abend die Sitzung. Aber auch die Abgeordneten der Entscheidungsträger quittierten ihren Sieg nur verhalten. Die seit Monaten heftig geführte Auseinandersetzungen im Plenum, zwischen den Parteien und auch zwischen Reinhausen und dem Nachbardorf Diemarden, zehrte an aller Nerven.

Die Richtung sei längst beschlossen, jetzt gehe es nur noch um Formalitäten, warb Dietmar Müller (CDU) für das Votum seiner Gruppe. „Wir brauchen endlich wieder Ruhe“, fügte für die BsP Klaus-Werner Hanelt an. Um sinkende Schülerzahlen in Gleichen und den bedrohten Status von fünf Grundschulen in der Gemeinde werde seit vier Jahren diskutiert. Eine weitere Verschleppung verschärfe den Konflikt nur.

Die SPD hingegen wirft der großen Koalition in dieser Entscheidung ein rein politisches und taktisches Spiel vor – gegen die SPD und gegen Reinhausen. Die Mehrheits-Riege habe sich bei ihrem Vorstoß „nicht an sachlichen Argumenten orientiert“, beklagte Manfred Kuhlmann. Das sei ihr gutes Recht, „aber bedauerlich“. Für die SPD sind viele Fragen zu den gegeneinander ausgespielten Standorten Reinhausen und Diemarden noch nicht abschließend geklärt. Ihre zwei stärksten Kritikpunkt – unisono mit SPD-Gemeindebürgermeister Heinz-Jürgen Proch: Reinhausen wäre künftige das vermutlich erste Grundzentrum einer Gemeinde ohne Grundschule. Das sei rechtlich fragwürdig und schade der gesamten Gemeinde nachhaltig. Und sie bezweifeln, dass die räumlichen Kapazitäten in Diemarden langfristig ausreichen und in der Folge teure Anbauten erforderlich würden.

Diverse Stellungnahmen von Reinhäusern gegen die geplanten Schließung und neuen Schulbezirke lehnte der Rat ab. Festgezurrt ist jetzt, dass Kinder aus Reinhausen ab nächstem Schuljahr in Diemarden eingeschult werden. 2013 wird die dann verbleibende 4. Klasse für ihr letztes Grundschuljahr nach Diemarden versetzt. Zudem empfiehlt der Rat der Schule in Diemarden, sich dann einen neuen Namen zu geben.

Kinder aus Klein Lengden haben weiterhin die Wahl zwischen den Schulen in Groß Lengden und Diemarden. Auch das kritisieren SPD und die Groß Lengder selbst. Sie fürchten, dass ihre Schule zahlenmäßig ausbluten könne und dann ebenfalls geschlossen werden müsse. In Reinhausen gibt es unterdessen Überlegungen, gegen den Ratsbeschluss zu klagen.

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