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Energetische Sanierung Thema des Stadtgesprächs 2014

Erst denken, dann dämmen? Energetische Sanierung Thema des Stadtgesprächs 2014

Wie weit energetische Dämmung gehen darf, sei die „Gretchenfrage der Architektur“, so Martin Thumm aus dem Städtebaubeirat.

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Quelle: Weigel/dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Entsprechend lebhaft haben die Teilnehmer des mit „Dämmung vs. Baukultur“ überschriebenen Stadtgesprächs im Alten Rathaus auch debattiert – was nicht zuletzt daran lag, dass mit dem Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) ein ebenso leidenschaftlicher wie bekannter Verfechter von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) geladen war.

Susanne Rexroth, Architektur-Professorin  an der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft, plädierte in ihrem der Diskussion vorangestellten Referat für Lösungen, die der Gebäudestruktur und dem Verhalten der Nutzer Rechnung tragen. Ihr Credo: „Erst denken, dann dämmen“.

Grünenpolitiker Palmer sprach sich hingegen für flächendeckende und vor allem schnell durchfürbare Lösungen aus, wie WDVS aus Styropor, das er in Hinblick auf Performanz und Nachhaltigkeit aber nicht für unfehlbar halte. Sein zentrales Argument: „Es ist fünf nach zwölf. Die Bekämpfung des Klimawandels darf nicht hinter ästhetischen Bedürfnissen zurücktreten.“

„Energetisch scheußlich und ästhetisch nichtssagend“

Die von Tageblatt-Journalistin Angela Brünjes moderierte Diskussion, zu der auch Stadtbaurat Thomas Dienberg und Georg Klaus aus dem Städtebaubeirat geladen waren, kreiste um genau diese Frage. Unstrittig war, dass mit energetischer Gebäudesanierung viel für den Klimaschutz getan werden könne.

Während Palmer keine Zeit für die Suche nach effektiveren wie nachhaltigen Materialien sah, argumentierten die anderen Gesprächsteilnehmer mit anschließender Beteiligung aus dem Publikum für bessere und auf jedes Gebäude zugeschnittene Dämmlösungen. Dienberg gab zudem zu bedenken: „Zeitnot ist nicht der limitierende Faktor, sondern knappe Haushalte.“

An der energetischen Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden zeigte sich Palmer nicht interessiert, da ihr Anteil am Baubestand zu vernachlässigen sei. Für CO2-Einsparung erheblicher seien überall zu findende Gebäude der Nachkriegszeit: Die seien „energetisch scheußlich und ästhetisch nichtssagend.“

Von Jonas Rohde

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