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Energiespar-Check im Haushalt: Auf der Suche nach versteckten Stromfressern

Alter Kühlschrank, neue Birnen Energiespar-Check im Haushalt: Auf der Suche nach versteckten Stromfressern

Das ist ein G4, 12 Volt. Nein, GY 6,35. Ein E-27-Sockel? Für den Kauf moderner Glühlampen ist es hilfreich, ein wenig Energiespar-Deutsch zu sprechen. Alexander Rolli beherrscht das aus dem Effeff. Er ist Stromspar-Berater des Göttinger Vereins „Energieagentur“. Heute begutachtet er das Haus der Familie Sturhan in Göttingen. Das Ziel: Möglichkeiten zu finden, Energie und damit Geld zu sparen.

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Prüft jede Birne auf Sparmöglichkeiten: Alexander Rolli vom Verein Energieagentur Göttingen checkt die Lampen im Haus.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Kein ganz leichtes Unterfangen. Eugen Sturhan ist bereits ein Energiesparfuchs. In vielen Steckdosen stecken bereits Stoppschalter. „Damit kein Stand-by-Strom fließt“, erklärt der Rentner.

Dennoch spürt Rolli auch in dem Haushalt des Göttinger Ehepaars Potenzial auf. In der Küche steckt ein Stoppschalter in der Verbindung zum Toaster. Rolli misst den Strom, es fließt kein Stand-by-Strom. Die Kaffeemaschine allerdings steht unter leichtem Strom, der Stoppstecker wird getauscht und gleich Strom gespart. „Ein abschaltbarer Stecker kostet zwei Euro, der hat sich nach einem halben Jahr schon bezahlt gemacht“, so der Berater.

Gravierender ist das Potenzial bei der Kühl-Gefrierkombination. „Das Gerät ist ja schon 16 Jahre alt“, sagt Rosemarie Sturhan. Rolli errechnet am Ende eine Ersparnis von 380 Kilowattstunden Strom pro Jahr, wenn die Rentner das alte Gerät gegen ein modernes austauschen.

Rolli analysiert zunächst die ordentlich abgehefteten Rechnungen und Verbräuche des Ehepaars. Die Bilanz sieht sehr gut aus, sie liegen mit all ihren Daten im Mittelfeld oder schneiden besser ab. „Mein Mann achtet sehr auf so etwas“, sagt Rosmarie Sturhan.

Leitungen und Heizungen sind recht neu, die Raumtemperatur in ihrem 120-Quadratmeter-Haus moderat, die Fenster doppelt- oder dreifach verglast. „Naja, ein eigenes Haus, all die Nebenkosten, da fängt man schon mal an zu rechnen“, sagt Eugen Sturhan.

Die Analyse von Gas, Wasser und Stromverbrauch am Esstisch ergibt keine Auffälligkeiten. Beim anschließenden  Rundgang durch das Haus schaut Rolli jedes Elektrogerät, jede Heizung genau an, fragt nach dem Lüftungsverhalten, dreht jede Lampe um. „Rund zwei Stunden dauert solch ein Beratungstermin im Schnitt“, sagt Rolli.

Sturhans haben eine Vorliebe für Halogenlampen. „Die verschwinden bald vom Markt“, sagt der Energieberater. In der Küche leuchtet  eine 42 Watt Halogenbirne, statt der alten 60-Watt-Birne.  Ganz leicht ist es ja nicht, die richtigen Glühbirnen für Lampen zu finden. Rolli notiert sich alle Lampen-Daten, macht Vorschläge wie man sie ersetzen kann.

Rosemarie Sturhan braucht in der Nacht frische Luft. Auch wenn es draußen kalt ist, lässt sie ein Fenster auf Kipp. Das Haus aus den späten 30-er-Jahren hat dicke Wände. Weil die Sturhans kein Problem mit Schimmel in den eigenen vier Wänden haben, sieht Rolli kein Problem darin, auch mal ein Fenster auf Kipp zu lassen. „Aus Energiespargründen nicht ganz optimal (Stoßlüften wird empfohlen), aber es geht ja auch ums Wohlfühlen“, sagt er und rät zur Sicherheit zum Kauf eines Taupunkt-Thermometers.

Seine gesammelten Daten nimmt Rolli mit ins Büro und fertigt daraus ein Empfehlungsprotokoll für die Sturhans.  Aber: „Bislang ist hier alles vorbildlich“, stellt der Fachmann fest.

Der Haushaltscheck ist kostenlos. Die Energieagentur bietet darüber hinaus weitere Beratungen wie Gebäude-Energieberatung oder Solar-Beratung an. Informationen unter  Telefon  0551  / 37 07 49 80 oder  energieberatung-goettingen.de

Lampen kaufen, aber wie?

Klassische Glühbirnen sind vom Aussterben bedroht, wer heute einen Ersatz dafür kaufen muss, hat einen Dschungel von Möglichkeiten zu durchforsten. Wo man sich einst nur zwischen Kerze und Kugel zwischen klar, matt und mehr oder weniger Watt entscheiden musste, ist die  moderne Glühmittel-Auswahl  eher unübersichtlich.

Im Vergleich zur alten Glühlampe kann mit Leuchtdioden (LED), Energiesparlampen (ESL) oder effizienten Halogenlampen greifen. Die längste Brenndauer haben LED-Lampmen, 15000 Stunden, so gibt es die deutsche Energieagentur an. Energiesparlampen brennen demnach etwa 6000 bis 15000 Stunden lang, Halogenlampen rund 2000 Stunden lang.

Die Helligkeit wird bei modernen Lampen ebenfalls – wie früher – in Watt angegeben. Nur: Wo die alte Glühbirne eine 100-Watt-Leistung hatte, sind bei einer Halogenlampe 70 Watt ausreichend, eine ESL hat bei gleicher Helligkeit 20 Watt, eine LED 17. Entsprechend abgestuft sind die Werte bei den schwächeren Birnen.

Häufig in der Kritik: Das manchmal kalt wirkende Licht. „Moderne Energiespar-Leuchten haben dieses Problem nicht mehr“, sagt Alexander Rolli von der Göttinger Energiesparagentur. „Lampen, die in etwa wie eine herkömmliche Glühbirne leuchten, haben den Aufdruck warmweiß“, sagt er. Genauen Aufschluss über die Lichttemperatur gibt die Kelvin-Angabe. Warmweiß hat weniger als 3300, neutralweiß bis 5300 und tageslichtweiß mehr als 5300 Kelvin.

Zudem gibt es eine große Auswahl an Formen. Kerzen-, Kugel oder Tropfenform sind nur drei Beispiele. Außerdem gibt es unterschiedliche Fassungen, so genannte Sockel. Sockel werden in große und kleine Glühlampenfassungen unterschieden (E14, die alte Kerzenlampe oder E27, die alte runde Glühbirne). Steckfassungen haben ein G in der Bezeichnung. Beispiel:  GU9 oder GU10.

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