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Energieversorger: Gemeinderat Bühren billigt Bürgschaftsübernahme

Mehrheit für EAM-Beteiligung Energieversorger: Gemeinderat Bühren billigt Bürgschaftsübernahme

Die kleine Gemeinde Bühren will im kommunalen Boot bleiben und sich auch am Kasseler Energieversorger EAM beteiligen – allerdings unter Vorbehalt. Der Anteilskauf soll nur vollzogen werden, wenn alle anderen Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Dransfeld auch mitziehen. Das beschloss der Gemeinderat am Donnerstagabend mit vier gegen drei Stimmen.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Bühren. Bedenken gab es wegen der ungewissen langfristigen Perspektive und der hohen Bürgschaftssumme. „Wir haben das gemacht in der Hoffnung, für unsere Nachkommen etwas Gutes getan zu haben“, sagte Bürgermeister Bernd-Ulrich Schucht (Gemeinsame Liste Bühren, wie alle im Rat).

Die Gemeinde muss für Kredite zwei Bürgschaften über zusammen rund 225 000 Euro leisten. An eigenem Geld sind nur 77 Euro nötig und anteilig 1100 Euro für Berater der Kommunen. Die Kredite und Zinsen sollen laut Plan über mindestens 20 Jahre aus Gewinnen der EAM gezahlt werden. Erst dann ist mit Einnahmen für die Gemeinde zu rechnen.

Er verstehe das Konstrukt, aber nicht den wirtschaftlichen Vorteil, sagte der Jurist Jörg Rösing. „Wir haben etwas am Horizont, was ich nicht mal sehen kann.“ Dies sei alles nur „Zukunftsmusik“. Wenn sich alle in der Samtgemeinde am Konzert beteiligten, könne er aber trotzdem zustimmen, machte Rösing den Vorbehalt zur Bedingung, der sich am Ende eine Mehrheit anschloss.

„Ungutes Gefühl“

Für ihn sei das ein „spekulatives Geschäft“, sagte Hendrik Rumpf. „Das kann man nur mit Geld machen, das man über hat.“ Auch Helga Reuter lehnte das Vorhaben ab und verwies auf ihr „ungutes Gefühl“.  „Wenn was schief läuft, ist das Risiko zu groß“, sagte Hartmut Bührmann, der sich der Stimme enthielt.

Ute Surup verwies auf Experten, die im geregelten Stromnetzbetrieb für die EAM eine Rendite zwischen sechs und acht Prozent vorhersagen. Bühren habe schon einmal den Zug der Zeit verpasst und sich nicht an die Gasleitung angeschlossen, mahnte Befürworter Schucht.

Zwölf Landkreise und die Stadt Göttingen wollen 49,9 Prozent der Anteile an der EAM an Städte und Gemeinden abgeben. Sie haben die ehemalige Kasseler Eon Mitte AG – jetzt Energie aus der Mitte (EAM) – dieses Jahr für 617 Millionen Euro komplett übernommen. Durch den Einstieg weiterer Kommunen verringert sich die Bürgschaftshöhe für die Alteigentümer.

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