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Abschied von Orange-Grün

Ehemaliges EAM-Gebäude wird entkernt Abschied von Orange-Grün

Die Abbrucharbeiten auf dem ehemaligen EAM-Gelände an der Kasseler Landstraße schreiten voran. Nach dem abgeschlossenen Abriss des einstöckigen Nebengebäudes im Westen des Grundstücks haben in der vergangenen Woche die Arbeiten an dem Hochhaus begonnen.

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Das ehemalige EAM-Gelände an der Kasseler Landstraße.

Quelle: AIB

Grone. Inzwischen ist die charakteristische orange-grüne Fassade und die Fensterfronten auf der Westseite des Gebäudes verschwunden und geben den Blick frei in das Innere des von Architekt Jochen Brandi entworfenen und 1975 erbauten Hauses. Die neuen Eigentümer des Hauses, die Göttinger Tetraeder Immobilien GmbH, lassen auf Anfrage offen, ob das Haus, dass mehr als 2500 Quadratmeter Platz bietet, komplett abgerissen werden oder lediglich entkernt werden soll. Nach Tageblatt-Information ist nur eine Entkernung, also der Rückbau auf statisch relevante Bauteile, geplant.

Der Voreigentümer, die Edeka-Hessenring-Grupp, bescheinigte dem Haus 2013 eine "hervorragende Bausubstanz". Allerdings hätte das Haus ein "energetisches Problem": Keine Zentralheizung, nur Elektroöfen, die Energiebilanz sei miserabel. Im selben Jahr hat der Verein Stadt und Planung beim Landesamt für Denkmalpflege den Antrag gestellt, das EAM-Haus wegen seiner zeittypischen Architektur und städtebaulicher Stellung unter Schutz zu stellen. Eine Prüfung sei zwar zugesichert worden, sagt der damalige Vereinsvorsitzende Uwe Scheibler. Diese sei bis heute nicht erfolgt. Erst am Freitag hatte sich Scheibler, nach seinen Angaben, erneut an das Landesamt in der Angelegenheit gewandt.

Zur künftigen Nutzung des Hochhauses oder des Geländes machte eine Unternehmenssprecherin der Tetraeder Immobilien GmbH am Montag keine Angaben. Eine Nutzung für eine Kindertagesstätte, die die Tetraeder bislang nicht dementiert hat, ist für den westlichen Grundstücksteil im Gespräch. Auch die Nutzung für ein so genanntes Boardinghouse sei denkbar, heißt es aus Kreisen von Politik und Verwaltung.

Weiterhin liegt der Stadtverwaltung aber weder Bauvoranfrage noch Bauantrag für das Grundstück vor, sagte Sprecher Detlef Johannson. Bereits im August hatte die Verwaltung die Pläne für eine Kindertagesstätte begrüßt.

Chronologie

1975: Fertigstellung des von Architekt Jochen Brandi entworfenen Gebäudes

2004: Umzug des Stromversorgers EAM von der Kasseler Landstraße in das Stadtwerke-Gebäude in der Hildebrandstraße. Die EAM sucht Käufer für das Haus.

2006: Der letzte Mieter, B&N Software, verlässt das ehemalige EAM-Gebäude.

2007: Pläne eines Investor für eine Shrimps-Zucht, eine private Schule und eine Kindertagesstätte auf dem Gelände.

2009: Shrimp-Zucht-Pläne zerschlagen sich.

2011: Der Edeka-Konzern kauft das gesamte Gelände.

2013: Verein Stadt und Planung stellt Prüfantrag für Denkmalschutz.

2016: Edeka verkauft das Gelände an die Göttinger Tetraeder Immobilien GmbH.

 

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Landesamt für Denkmalpflege will EAM-Gebäude retten
Das EAM-Gebäude unterliegt ohne Denkmalschutz der Niedersächsischen Bauordnung (NBauO).

Wird mit dem bereits begonnenen Teilabriss des ehemaligen EAM-Gebäudes ein Baudenkmal zerstört? Nach Auffassung des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege (NLD) durchaus. Das Amt hat das Gebäude am 18. Oktober unter Schutz gestellt und in die Denkmalliste aufgenommen. Und hat gleichzeitig einen fatalen Fehler begangen.

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