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Entlastung und Trost durch Kissen

Frauenselbsthilfe übergibt Herzen Entlastung und Trost durch Kissen

Die Göttinger Frauenselbsthilfe nach Krebs hat 92 Herzkissen genäht und sie dem gynäkologischen Krebszentrum der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) übergeben. Die Kissen sind für Patientinnen bestimmt, die an Brustkrebs erkrankt sind.

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Mitglieder der Frauenselbsthilfe nach Krebs übergeben selbstgenähte Herzen an das gynäkologische Krebszentrum der Unimedizin.

Quelle: Harald Wenzel

Göttingen. Die meisten Frauen der Selbsthilfegruppe waren selbst Brustkrebspatientinnen. Sie wissen aus eigener Erfahrung, wie hilfreich ein Herzkissen sein kann. Gunter Emons leitet die Frauenklinik an der UMG. Als er nach der Übergabe während einer morgendlichen Visite ein Patientinnenzimmer betrat, „hatten alle frisch Operierten ein Kissen unter dem Arm“, erzählt der Mediziner. „Die Kissen polstern schön ab, wenn in der Achselhöhle operiert worden ist.“

Durch die Herzform halten die Frauen die Kissen direkt richtig, „damit die Lymphe gut abfließen kann“, erklärt Adelgund Emons, Koordinatorin des Brustzentrums. Außerdem sollen die Kissen Druck, Reiben und Scheuern an der operierten Stelle verhindern.

Doch sie sollen nicht nur die Zeit nach der Operation abpolstern, sondern auch Trost spenden. „Wir sitzen alle im selben Boot“, sagt Sigrid Beister, Leiterin der Frauenselbsthilfe nach Krebs. „Das Ankuscheln tut auch der Seele gut und zeigt, dass man in dieser schweren Zeit nicht alleine ist“, ergänzt Margita Klee von der Selbsthilfegruppe. Sie hatte bei der Herzkissen-Aktion den Hut auf.

Klee organisierte Stoffe und Füllungen, besorgte das Schnittmuster und koordinierte Nähen und Füllen. Zehn Frauen hatten an ihren Nähmaschinen zu Hause die Hüllen genäht. Während eines Gruppentreffens wurden die Kissen gemeinsam gefüllt: „Wir haben gestopft ohne Ende“, erzählt Klee. Dazu wurden Polyester-Kügelchen verwendet, die bei 60 Grad waschbar sind.

Einige Kissen sollen in einer Krankenhaus-Vitrine ausgestellt werden. Etwa ein halbes Jahr werden die Kissen ausreichen, vermutet Gunter Emons. Dann wollen die Frauen gerne wieder nähen.

Frauenselbsthilfe nach Krebs

Auffangen, informieren und begleiten – das hat sich die Frauenselbsthilfe nach Krebs auf die Fahnen geschrieben. Rund 50 aktive Mitglieder sind in der Gruppe, zu der auch einige Männer zählen. Die Art der Krebserkrankung spielt dabei keine Rolle, jeder Betroffene oder Angehörige kann sich der Gruppe anschließen.

Die Mitglieder tauschen sich aus, hören Vorträge, machen Ausflüge, kochen zusammen oder treiben Sport. Vor allem wollen sie mit ihren Erfahrungen Betroffenen helfen, ihren persönlichen Weg im Umgang mit der Krankheit zu finden.

 Sie schätzen es, über die eigenen Erfahrungen mit ihrer Krankheit sprechen zu können. Dazu gibt es monatlich einen Gesprächskreis und zwei Gruppentreffen. Einige Frauen kommen nur zu einigen Treffen des Gesprächskreis für Neubetroffene und Wiedererkrankte, andere sind der Gruppe bereits seit Jahren treu, berichten die Teilnehmerinnen. Durch den Austausch und gemeinsame Unternehmungen sind Freundschaften entstanden. „Das Ganze hat einen ganz schön zusammengeschweißt“, erklärt eine Teilnehmerin.

Weitere Informationen über die Gruppe gibt es im Internet unter frauenselbsthilfe.de/goettingen.html oder bei Sigrid Beister unter Telefon 05546/1266.

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