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Entscheidend ist die frühzeitige Alarmierung

Interview Entscheidend ist die frühzeitige Alarmierung

Die Region ist reich an historischen Fachwerkstädten. Was das für den Brandschutz bedeutet, ob das Altstadtidyll zugleich eine Brandfalle ist, hat Ulrich Lottmann den Brandschutzabschnittsleiter Ost, Heinrich Marx, gefragt.

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Heinrich Marx

Quelle: Tiezeck

Tageblatt: Nach den Bränden in Einbeck, Duderstadt und Hann Münden nun das Feuer in Northeim…

Marx:  … und alle haben sie Glück gehabt.

Wie meinen Sie das?

Alle diese Städte haben Glück gehabt, dass die Brände relativ schnell unter Kontrolle waren. Fachwerkstädte sind für den Brandschutz ein Problem.

Wie sieht dieses Problem aus?

Wir haben in historischen Innenstädten eine sehr enge Bebauung, die Häuser sind oft miteinander verschachtelt, nicht immer sind Brandmauern gesetzt, insbesondere die Dachböden sind häufig nur durch dünne Wände von einander getrennt und zudem häufig mit alten Möbeln und allerlei Gerümpel vollgestellt.

Was bedeutet das für die Feuerwehr?

Das bedeutet zunächst, dass ein Feuer sich schnell ausbreiten kann. Für die Feuerwehr heißt das dann, dass die Abriegelung des Brandherdes ebenso wichtig ist, wie die Brandbekämpfung. Kurz, wir müssen dann nicht nur löschen, sondern auch die Häuser links und rechts nass machen. Angesichts der Gefährdung insbesondere der Dachböden heißt das zudem, dass wir bei der Brandbekämpfung mit der Drehleiter hoch müssen und das in oft engen Straßen.

Sind Fachwerkstädte also Brandfallen?

Nein, das kann man so allgemein nicht sagen. Man muss sich jeweils das einzelne Haus angucken, aus welchem Material die Wände sind, ob Fassaden vorgesetzt wurden und anderes mehr. Wir hatten in den vergangenen Jahren eine Reihe von Bränden in der Region. Aber Fachwerk-Innenstädte sind deshalb nicht von vornherein brandgefährdet.

Was können die Menschen tun, um sich und ihre Häuser vor Feuer zu schützen?

Sie können Brandmauern ziehen, Wände, die Feuer einer gewissen Zeit standhalten. Sie können die Brandlast gering halten, das heißt auf dem Dachboden und auf den Fluren möglichst wenig Möbel und andere Gegenstände stehen haben, die nicht mehr gebraucht werden. Ganz entscheidend ist zudem die frühzeitige Alarmierung der Feuerwehr. Jedes Feuer fängt klein an. Je eher die Feuerwehr löschen kann, um so geringer ist der Schaden. Damit sind wir beim Thema Brandmelder. Natürlich sollten auch geeignete Löschmittel im Haus sein, um selbst einen Brand bekämpfen zu können. Aber da rate ich zu großer Vorsicht, die Gefahr der Rauchgasvergiftung ist groß. Deshalb: Nur selbst einen Löschversuch starten, wenn es möglich ist. Ansonsten gilt auch hier: So schnell wie möglich die Feuerwehr alarmieren.

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