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Entwässerungsproblem in Groß Schneen wird gelöst

Fehlanschlüsse sollen beseitigt werden Entwässerungsproblem in Groß Schneen wird gelöst

Erst solle das Entwässerungs-Problem gelöst werden, dann erst könne man an die Ausweisung eines neuen Baugebietes denken. Das haben Bürger bei der Diskussion um geplante 40 neue Bauplätze kritisiert. Doch an der Lösung der Kanal-Probleme wird längst gearbeitet.

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Fehlanschluss in der Teichstraße wird beseitigt.

Quelle: Gückel

Groß Schneen. Der Wasserverband Leine Süd, zuständig für Wasser-Ver- und Entsorgung in den Gemeinden Friedland, Rosdorf und Neu Eichenberg, hat schon vor einem Jahr zwei neue Stellen geschaffen, um das Hauptproblem des Kanalnetzes zu lösen: die Fehleinleitungen. Das, so Geschäftsführer Thomas Gotthard, sei ein Werk von Jahren, wenn nicht Jahrzehnten. In undichte Leitungen dringt Regenwasser ein, oder ganze Dächer oder Höfe im Altbestand sind falsch angeschlossen und führen Regenwasser ins Schmutzwassernetz. Die Folgen sind nicht nur dauerhaft hohe Kosten bei der Schmutzwasser-Reinigung, weil mehr anfällt als nötig wäre, sondern auch bei Regen überlastete Kanäle. So das Grundproblem in Groß Schneen.

Deshalb soll die Ortschaft auch das Pilotprojekt für eine generelle Lösung in allen 33 Dörfern des Verbandes bilden. Die neuen Mitarbeiter, die sich Hilfe eines externen Büros geholt haben, haben ein Konzept aufgestellt, bilden Schwerpunkte, nehmen Messungen der Durchflussmengen vor, haben die Kanäle bereits mit Kameras befahren und benebeln die Leitungen, um Fehlanschlüsse aufzuspüren. So wurden schon mehrere private und auch öffentliche Anschlüsse gefunden, die zum Beispiel in der Teichstraße falsch angeschlossen waren. Ein Privatmann muss nun seine Regenrinne statt ans Schmutz- ans Regenwassernetz anschließen. Auch ein Straßenablauf war falsch. Das wurde korrigiert.

Viele der Fehlanschlüsse, so Christoph Kraibeek, stammten aus den 70er- und 80er-Jahren. Niemand könne sagen, warum. Es müsse gar ganz alte Anschlüsse geben, die in ein gar nicht mehr entsorgtes Netz entwässern, Einleitungen also irgendwo versickern. Es sei im Altdorf noch eine umfangreiche Leitungsrecherche nötig. Dort sei die Kanalisation ja einmal aus einem Grabensystem entstanden, lange ehe ein Trennsystem (Schmutz- und Regenwasser getrennt) installiert wurde.

Um aber die gefundenen Fehlanschlüsse zu beseitigen, bedarf es einer Rechtsgrundlage. Schließlich müssten Eigentümer die Kosten tragen. Noch in diesem Jahr soll eine neue Abwassersatzung dafür verabschiedet werden. „Die Frage ist: Wie weit treiben wir das?“, sagt der Verbandsvorsteher, Friedlands Bürgermeister Andreas Friedrichs. Denn der Aufwand für korrekte Anschlüsse dürfe nicht den  Nutzen übertreffen. Schließlich gab es Zeiten, da wurden Dachrinnen bewusst ans Schmutzwassernetz angeschlossen, damit die Leitungen auch einmal durchspülen.

Parallel arbeitet die Verwaltung an einer Erweiterung des nördlich des Dorfes liegenden Grabensystem, um noch größere Teile der Neubaugebiete dort hin und nicht durchs Dorf zu entwässern. 250000 Euro sind für die neue Regenwasser-Umleitung im Haushalt veranschlagt. Schon jetzt fasst der Graben neun Prozent der Gesamtmenge des Dorfes. Eine Verdoppelung ist angepeilt. Dann wäre ein neues Baugebiet kein Problem mehr. 

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