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Entwicklung Wohnungsmarkt: Gewos-Gutachten „Göttingen 2025“ vorgestellt

Wer wohnt wann wo und wie? Entwicklung Wohnungsmarkt: Gewos-Gutachten „Göttingen 2025“ vorgestellt

„Göttingen ist gut aufgestellt.“ Die Geschäftsführerin des Hamburger Institutes für Stadt-, Regional- und Wohnforschung Gewos, Renate Szameitat, hat einen positiven Blick in die Zukunft geworfen. Am Dienstag stellte sie die von ihrem Institut im Auftrag der Stadt erstellte mehr als 100-seitige „Wohnbauflächenbedarfsprognose Göttingen 2025“ vor.

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Umgenutzte Flächen: Auf dem Gelände der ehemaligen Rechtsmedizin sind neue innenstadtnahe Wohnungen entstanden.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. So gebe es im Stadtgebiet mit 170 Hektar mehr Flächen für Wohnbebauung als es bis 2025 Bedarf geben wird.

Aber es gibt Bedarf nach neuen Wohnungen. Wie viele und welcher Art hängt von den angenommen Szenarien der Bevölkerungs- und Haushaltsentwicklung in der Stadt Göttingen ab. Zwei mögliche Entwicklung hat Gewos durchgerechnet. Bei der Basisvariante geht das Gutachten von einer Abnahme der Bevölkerung von 2,2 Prozent bis 2025 aus. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Haushalte um ein Prozent. Die sogenannte obere Variante geht von einer steigenden Bedeutung der Universität und der dadurch einsetzenden überregionalen Zuwanderung, dem steigenden Trend zurück in die Stadt und der Schaffung neuer Arbeitsplätze aus. Dies führe zu einem Anstieg der Bevölkerung von knapp einem Prozent bei einem Anstieg der Haushaltsanzahl um 2,7 Prozent.

Szameitats Empfehlung: Schwerpunkt rund um die Innenstadt legen

Daraus ergibt sich bei der Basisvariante ein Bedarf von 700 Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern sowie ein Bedarf von 730 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Die obere Variante geht davon aus, dass bis 2025 rund 3900 neue Wohnungen gebaut werden müssen. 1210 in Ein- und Zweifamilienhäusern, 2680 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. In beiden Varianten sind Neubauten eingerechnet, die alte Wohnungen ersetzen.

Szameitat rät, bei der Schaffung von neuem Wohnraum den Schwerpunkt rund um die Innenstadt zu legen. Wegen des „schlechten Images“ und der dadurch geringeren Nachfrage könnten in der Weststadt und in Grone „Leuchtturmprojekte“ entstehen, um dort die Attraktivität zu stärken. Die Gutachter haben einen Bedarf an kleinen Wohnungen ermittelt. Auch gebe es „Versorgungsengpässe“ auf dem Wohnungsmarkt für größere Familien. Die Anzahl der Wohnungen reiche zwar aus, aber viele „preisgünstige Wohnungen“ sind bewohnt und aktuell auf dem Markt nicht verfügbar“

Zu „handzahm“

Henning Schreiber, Geschäftsführer der Wohnungsgenossenschaft, kritisierte das Ergebnis des Gutachtens als zu „handzahm“. Es gebe in Göttingen sehr viel mehr Handlungsbedarf als das Gutachten rüberbringt. Der Wohnungsmarkt in Göttingen sei angespannt.

Davon wollte Stadtbaurat Thomas Dienberg hingegen nicht sprechen. „Ja“, sagte er, „Handlungsbedarf ist da, aber angespannt ist der Wohnungsmarkt nicht.“ Nachholbedarf sieht er beim Wohnraum für Singles und Studenten, aber auch bei Wohnungen für Familien. Dienberg erinnerte in seiner Einführung an das im Leitbild 2020 formulierte Ziel, die Innenbereiche statt die Außenbezirke der Stadt zu entwickeln. „Ganz ohne Neubauten in den Außenbezirken geht es nicht“, räumt er ein. Das Einfamilienhaus am Stadtrand für alle werde aber schwer. Zudem gelte es, bestehende Gebäude umzunutzen und zu modernisieren. Auch Flächen müssten umgenutzt werden, auch wenn diese Konversionen nicht immer ganz einfach seien, wie etwa bei dem ehemaligen IWF-Gelände.

Gutachten im Netz: gturl.de/gewos

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