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Entwurf für Windrad-Gebiete in Adelebsen

Höherer Abstand zu Siedlungen Entwurf für Windrad-Gebiete in Adelebsen

Am Ende einer Mammutsitzung hat der Bauausschuss des Rates der Gemeinde Adelebsen einstimmig für den Entwurf eines neuen Flächennutzungsplans gestimmt. Hauptziel der Änderung gegenüber dem jetzigen Plan ist die Ausweisung von Gebieten für Windräder.

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Quelle: dapd (Symbolfoto)

Adelebsen. Mehr als 700 Eingaben von Institutionen und Bürgern mussten die Ausschuss-Mitglieder zuvor in einer fünfstündigen Sitzung bewerten. Die 140-seitige Vorlage trugen Mitarbeiter der „Planungsgruppe Lange Puche“ vor. Schon mehrfach zuvor in Gremien unter intensiver Bürgerbeteiligung emotional über das Thema Windräder diskutiert worden. Auch diesmal kamen 60 Zuhörer, die kritische Fragen stellten.

Ausschussmitglieder und Bürgermeister Holger Frase (SPD) waren sichtlich um einen Ausgleich der Interessen bemüht. Die Politiker hatten auch eine einschneidende Änderung im Gegensatz zum bisherigen Entwurf im Gepäck: Der Mindestabstand der möglichen Windrad-Gebiete von Siedlungen wurde deutlich heraufgesetzt – und zwar sowohl für Wohnbauflächen als auch für gemischte Bauflächen. Er liegt jetzt bei 1200 Metern. Damit sind die Flächen bei Barterode und Adelebsen noch einmal deutlich geschrumpft, die Fläche bei Güntersen entfällt sogar ganz. Die dort bereits stehenden Windräder genießen laut Frase jedoch Bestandschutz.

Es bleiben die Fläche südlich von Adelebsen mit einer Fläche von derzeit rund 31 Hektar und die Fläche östlich von Barterode mit einer Fläche von knapp 140 Hektar. Dort würden die Stadtwerke Göttingen gern Anlagen errichten. Die beiden Flächen zusammen machen knapp 2,3 Prozent des Gemeindegebietes aus.

Petra Löb-Kompart (Grüne) mahnte in der Sitzung eine sachliche Auseinandersetzung an. Die Politiker seien gezwungen sich an die gesetzlichen Vorgaben zu halten und könnten den Bau von Windrädern nur begrenzen und steuern, aber nicht komplett verhindern. Für grundsätzliche Kritik sei der Gesetzgeber der richtige Adressat, ergänzte Frase.

Der Entwurf für den Flächennutzungsplan wird nun, wenn auch der Rat zustimmt, ebenso ausgelegt wie zuvor der Vorentwurf. Dann können wieder Bürger und Institutionen ihre Eingaben machen. Möglicherweise werde es sogar noch eine weitere einschneidende Änderung geben, so Frase. Es sei ein Gutachten der Universität Göttingen angekündigt, das auf einen Rotmilan-Standort in der geplanten Fläche bei Barterode hinweise. Diese müsste dann noch einmal verkleinert werden – was eine nochmalige Auslegung eines überarbeiteten Entwurfs bedeuten könnte.

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