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Erdbebenwarte Göttingen feiert zehnjähriges Bestehen

Familientag Erdbebenwarte Göttingen feiert zehnjähriges Bestehen

Zur Wiechertschen Erdbebenwarte zog es am Sonntag 450 Besucher, darunter viele junge Familien mit Kindern. Der Verein, der sich um den Erhalt der historischen Forschungseinrichtung an der Herzberger Landstraße in Göttingen kümmert, feierte zehnjähriges Bestehen.

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Quelle: Heller

Göttingen. Die ersten Gäste standen bereits um 11 Uhr auf dem Gelände, als die Vereinsmitglieder noch beim Aufbauen waren. Bis 17 Uhr riss der Besucherstrom nicht ab. Umlagert war der Vorsitzende Wolfgang Brunk, der mehrfach über den Mintropschen Fallturm berichtete. Ludger Mintrop hatte den Turm 1908 errichten lassen, um durch das Fallen einer vier Tonnen schweren Stahlkugel aus 14 Metern Höhe Erdbeben zu simulieren.

 

 
Er entwickelte so ein Verfahren, um dreidimensionale Bilder des Erdinneren zu machen. Das versetzte ihn unter anderem in die Lage, Erdölfelder aufspüren. „Mintrop, den anfangs keiner ernst genommen hatte, wurde ein reicher Mann“, erzählte Brunk in seinem fesselnden Vortrag.  „Mintrop kehrte später in seine Heimatstadt Essen zurück“, ergänzte der Göttinger Pastor in Ruhe, Ludger Gaillard. Er hat den 1955 gestorbenen Wissenschaftler dort während seiner Kindheit gesehen. „Mintrop kaufte die Grundstücke um sein Haus auf, damit ihm niemand die Sicht verbaute“, erzählte Gaillard.

 
Nach dem dumpfen Aufprall von Mintrops Stahlkugel zog es die Kinder ins nahe Gaußhaus. Es hat einst neben der alten Sternwarte am Rande der Innenstadt gestanden und dem Sternwartenleiter Carl-Friedrich Gauß für Untersuchungen des Erdmagnetismus gedient. In dem 50 Quadratmeter großen Holzhaus hatte Spielerfinder Reinhold Wittig verschiedene Spiele aufgebaut. Da gab es unter anderem einen Tisch, auf dem Kinder ein Erdbeben simulieren konnten. Ausgelöst durch einen Gummibandmotor brachte es Bauklotz-Türme zum Einsturz.

 
Die langwelligen seismischen Wellen wurden in der neuen Erdbebenwarte hörbar gemacht. Es donnerte mächtig. Die Kinder hielten sich vor Schreck die Ohren zu. mic

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