Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 13 ° Sprühregen

Navigation:
Erinnerung an jüdischen Mathematiker

Gedenktafel für Bernays Erinnerung an jüdischen Mathematiker

Zu Ehren des Mathematikers Paul Bernays will die Göttinger Kulturdezernentin Petra Broistedt am Mittwoch, 26. Juli, am Gebäude Nikolausberger Weg 43 eine Gedenktafel enthüllen. Die Laudatio während der um 17 Uhr beginnenden Enthüllungsfeier hält Prof. Michael Rathjen von der University of Leeds.

Voriger Artikel
"Die Filsbacher" spielen beim Groner Oktoberfest
Nächster Artikel
Besucher freuen sich über neue Busverbindung
Quelle: GT

Göttingen. Bernays wurde am 17. Oktober 1888 in London als Sohn einer deutsch-jüdischen Familie geboren und wuchs ab 1895 in Berlin auf, wo er 1907 sein Abitur ablegte und sein Studium begann. Ab 1909 studierte Bernays in Göttingen und wurde 1912 bei Edmund Landau promoviert. Er engagierte sich intensiv im Kreis des Philosophen Leonard Nelson.

Von 1913 bis 1917 war er als Privatdozent in Zürich tätig, bis ihn David Hilbert zurück nach Göttingen holte, wo er zunächst als Assistent und von 1922 an als außerordentlicher Professor am Mathematischen Institut der Georg-August-Universität Göttingen forschte und lehrte.

Entlassung verhinderte adäquate Karriere

Wegen seiner jüdischen Herkunft wurde Paul Bernays mit Richard Courant, Emmy Noether und anderen 1933 von den Nationalsozialisten entlassen und kehrte nach einem kurzen Aufenthalt in Berlin 1934 nach Zürich zurück, wo er sich mit einer spärlich besoldeten Dozentur über Wasser hielt. 1945 wurde er zum Extraordinarius der ETH Zürich ernannt. Bernays emeritierte 1959 und starb am 18. September 1977 in Zürich.

"Bernays war ein international renommierter Mathematiker, dessen akademischer Werdegang in keiner Weise seiner wissenschaftlichen Bedeutung entspricht", heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaljtung. Die Entlassung aufgrund seiner jüdischen Herkunft habe eine adäquate Karriere verhindert. Bernays baute ab 1917 gemeinsam mit David Hilbert dessen Beweistheorie aus und avancierte zur treibenden Kraft der Durchführung dieses grundlagentheoretischen Programmes.

Die Zusammenarbeit von Hilbert und Bernays fand ihren Höhepunkt in dem berühmten zweibändigen Standardwerk der Beweistheorie „Grundlagen der Mathematik“, das Bernays größtenteils alleine und nach 1933 bereits in Zürich verfasste. Anschließend legte Bernays Arbeiten zur axiomatischen Mengenlehre vor und trug zur Grundlagenforschung bei. Seine Mengenlehre bildete eine wesentliche Basis für die spätere Neumann-Bernays-Gödel-Mengenlehre. r/ne

Voriger Artikel
Nächster Artikel
625. Göttinger Schützenfest: Tanzabend