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Erinnerungen an Nazi-Gewaltherrschaft

Gedenken Erinnerungen an Nazi-Gewaltherrschaft

Die Stadt Göttingen will stärker an die nationalsozialistische Gewaltherrschaft erinnern und des Widerstandes dagegen gedenken. Ein von der Verwaltung erarbeiteter Maßnahmenkatalog hat der Kulturausschuss des Rates einstimmig angenommen.

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Göttingen. Aus fünf Teilen besteht das vorgelegte Konzept der "Erinnerungskultur an die nationalsozialistische Gewaltherrschaft in Göttingen". 

  • Zum Gedenken an die Opfer und an die aus politischen, weltanschaulichen, religiösen oder anderen Gründen verfolgten Göttinger soll am oder vor dem Thomas-Buergenthal-Haus, Stadtbibliothek, eine Erinnerungstafel angebracht oder ein Gedenkstein vor der Hauswand aufgestellt werden. In dem damaligen Stadthaus befand sich das städtische Polizeigefängnis, wo die meisten Opfer der Nationalsozialisten zunächst inhaftiert waren.
  • Auf dem Boden vor den beiden Göttinger Gedenksteinen für die Zwangsarbeiter und aus politischen Gründen Verfolgten sollen Steine mit QR-Code verlegt werden. Mit dem Smartphone eingescannt leiten diese auf die Internetseite des Stadtarchivs, wo es weitere Informationen zu der Geschichte der Zwangsarbeiter und der politisch Verfolgten gibt.
  • Auf der Seite des Stadtarchivs wird Abschlussbericht des Historikers Rainer Driever über den „Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft in Göttingen“ öffentlich zugänglich gemacht.
  • Weiter ist vorgesehen, dass die Verwaltung ein Konzept der Erinnerungskultur mit Vorschlägen und Verbesserungsmaßnahmen erarbeitet. Basis soll eine Bestandsaufnahme und Schwachstellenanalyse der im öffentlichen Raum befindlichen Gedenkstätten und jährlich wiederkehrenden Gedenkveranstaltungen sowie anderer Formen des Gedenkens im städtischen Raum sein.
  • Auf der Homepage der Stadt Göttingen soll eine Seite für die Erinnerungskultur an die nationalsozialistische Gewaltherrschaft in Göttingen eingerichtet werden. Dort werden alle verfügbaren und für Göttingen spezifischen Informationen, Forschungsergebnisse, thematischen Querverweise veröffentlicht oder verlinkt.
Erinnerungen an die Opfer der Kriege
Göttingen. Der Kulturausschuss des Rates hat die Verwaltung mit einem Prüfauftrag aufgefordert, zu prüfen, wie die Denkmale und Erinnerungsorte an die Opfer von Kriegen in Göttingen "systematisch und kritisch geschichtswissenschaftlich" aufgearbeitet werden können. In Göttingen gebe es zahlreiche Erinnerungsorte an die Opfer der Kriege des 19. und 20. Jahrhunderts, heißt es in dem Antrag der SPD. Einige seien in den vergangenen Jahrzehnten entfernt worden, an andere Orte gebracht, umgestaltet wie etwa das 82er-Denkmal oder bereits mit zeitgemäßen Erläuterungstafeln versehen  wie im Alten Rathaus oder am Südafrika-Denkmal. Eine Gesamtschau dieser Denkmäler zeige jedoch auch, so die SPD, "bauliche Mängel, zerstörerische Aktionen oder fehlende historische Einordnungen". Für die SPD Anlass, "die Gedenkkultur der Stadt systematisch zu überprüfen und die Denkmäler insgesamt historisch neu zu bewerten sowie die Baumängel und Zerstörungen zu beseitigen". Der Ausschuss folgte dem Vorschlag einstimmig. mib

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