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Erpresser-Trio erbeutet 160.000 Euro

Junge Autohändler bedrohen Opfer Erpresser-Trio erbeutet 160.000 Euro

Weil sie in mehreren Fällen und in unterschiedlicher Beteiligung mit Drohungen Geld von drei Opfern erpresst haben sollen, stehen drei 20, 23 und 24 Jahre alte Autohändler vor dem Jugendschöffengericht. Einem Opfer pressten sie mehr als 160.000 Euro ab, ehe es die Polizei einschaltete.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Der erste Verhandlungstag begann mit Feilschen. Der Verteidiger des Hauptangeklagten gab zu erkennen, dass es ein Geständnis geben könnte, falls das Gericht nicht mehr als zwei Jahre Bewährungsstrafe zusagen würde. Dann würden auch sofort 54 000 Euro in bar als Schadensausgleich an das Opfer gezahlt. Die Summe ist der Anteil der Beute, die der Hauptangeklagte erhielt. Sein riesiger Familienclan - viele Männer der Sippe saßen auf der Zuhörerbank - habe das Geld für den 23-Jährigen aufgebracht.

Auch die anderen Angeklagten könnten einer Absprache nahe treten. Zumindest einer aber sieht sich außerstande, die Geldsumme aufzubringen. Er bietet Ratenzahlung an. Ein Geständnis hatte er schon bei der Polizei abglegt. Der Staatsanwalt hält zwar das Schadensausgleichs-Angebot für verlockend, will aber auf keinen Fall eine Strafe im Bewährungs-Bereich, also unterhalb der Zwei-Jahres Grenze, akzeptieren, zumal noch eine zweijährige Jugendstrafe offen ist.

 

Im einzelnen wirft das Gericht dem Trio in drei Anklagen dies vor: Einem Kaufmann aus der Gemeinde Bovenden hatte einer des Trios einen Laster abgekauft und war damit liegengeblieben. Darüber beschwerte er sich und verlangte 1000 Euro für die Abschleppkosten. Als der Verkäufer bereitwillig zahlte, witterte der Angeklagte offenbar seine Chance. Er forderte weitere 3000 Euro mit wilder Begründung und üblen Drohungen. Als das wieder klappte, das Opfer sogar noch einmal 2000 Euro unter Drohungen "verlieh", wurden die Täter dreister. Einer von ihnen verlangte 50 000 Euro, andernfalls würde er "alles niedermetzeln". Beim nächsten Mal waren es 60 000 Euro, dann noch einmal 70 000 Euro. Drohungen wie "Kopf ab", "Familie auslöschen" oder "die Firma in Schutt und Asche legen" sorgten laut Anklage für Nachdruck. Immer wieder übergab das eingeschüchterte Opfer die Summen. Erst im Oktober 2015, als die Erpresser diesmal 50 000 Euro mit der Behauptung forderten, sie würden ihrerseits von Hells Angels bedroht, die einer Frau schon das Ohr abgeschnitten hätten, ging der Erpresste zur Polizei. Diesmal klickten bei der Geldübergabe die Handschellen. Alle drei Angeklagten wanderten in U-Haft.

In der zweiten Anklage geht es um einen Autotausch, bei dem ein Angeklagter den fremden Fahrzeugbrief behielt, obwohl der Tausch nicht zustande kam. Unter Drohungen wie "Kopf abschneiden" soll er 500 Euro für die Herausgabe verlangt haben.

Im dritten Fall sollen zwei der Angeklagten einen Autokauf für 3600 Euro mit gezückter Schusswaffe erzwungen haben. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

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