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„Erschreckend viele Leute“ zahlen an Abzocker

Verbraucherzentrale „Erschreckend viele Leute“ zahlen an Abzocker

Trotz vereinzelter rechtlicher Verbesserungen im Verbraucherschutz hat die Göttinger Verbraucherzentrale immer mehr zu tun. Betroffen seien  vor allem die Bereiche Geldanlage, Bauen, Internet-Abzocke und Altersvorsorge, lautet die Bilanz der Göttinger Verbraucherschützerinnen für 2011.

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Im Dienst der Verbraucher: Beratungsstellen-Leiterin Elke Tiebel und Rechtsexpertin Kathrin Körber.

Quelle: CH

Göttingen. Gerade im Bereich Altersvorsorge und Geldanlage sei das Motto der Anbieter eher, den Kunden auf das Angebot zuzuschneiden als das Angebot auf den Kunden, sagt Elke Tiebel, Leiterin der Göttinger Beratungsstelle. Bei der Beratung durch die Anbieter gebe es erheblichen Verbesserungsbedarf.

Stolz ist Tiebel auf das mittlerweile umfangreiche Angebot der Verbraucherberatung für Bauwillige. Neben Hilfen bei der Prüfung baurechtlicher und finanziellen Fragen ist mittlerweile auch eine begleitete Baubegehung am konkreten Objekt möglich. Diese Dienste sind jedoch kostenpflichtig.

Ein weiteres großes Thema in der Göttinger Beratungsstelle: die private Krankenversicherung, und hier besonders die in jüngster Zeit rasant steigenden Beiträge. Trotz Krankenversicherungspflicht, erklärt Tiebel, kämen immer noch Menschen ohne jede Krankenversicherung in die Beratungsstelle. Nicht selten würden enorme Beitragsnachzahlungen fällig, um Versicherungsleistungen in Anspruch zu nehmen. Tiebel: „Dahinter stehen manchmal wirkliche Schicksale.“

Ein anderes Lieblingsgebiet, das für viel Arbeit sorgt, hat Kathrin Körber, Rechtsexpertin der Göttinger Verbraucherberatung: Betrügereien im Internet oder im Telekommunikationsmark: „Abzocke in diesen Bereichen ist bei uns tägliches Geschäft.“ Nicht selten setzen die Schwindelfirmen mit allgemeinen Drohungen oder Ankündigungen von Zwangsvollstreckung, Ordnungshaft, Klage oder Lohnpfändung unter Druck, um unberechtigte Zahlungen zu erzwingen. „Erschreckend viele Leute“, sagt Körber, „bezahlen dann. Genau das ist das Kalkül der Abzocker.“ Viele Informationen gebe es in der Rubrik „Vorsicht Falle“ im Internet-Auftritt der Verbraucherzentrale.

„Unfassbar leicht“, warnt Körber, geraten Smartphone-Besitzer in Kostenfallen: Zum einen gibt es hier nicht den mittlerweile vorgeschriebenen Hinweis auf Kostenpflichten, zum anderen wählen sich manche Apps automatisch ins Internet und nehmen dort beispielsweise Aktualisierungen vor, ohne dass der Gerätebesitzer davon etwas mitbekommt.

Gelegentliche Probleme bereiten der Beratungsstelle Unternehmen, vor denen die Verbraucherschützer gewarnt haben. Meistens geschehe nichts, aber in einigen Fällen versuchen Schwindelunternehmen, gegen die Verbraucherzentrale schweres juristisches Geschütz in Stellung zu bringen. Zwar wird macnchmal mit Klage gedroht, sagt Tiebel, „aber bislang ist es dazu noch nie gekommen“. Rechtsexpertin Körber: „Manchmal wird einem vielleicht etwas mulmig. Aber den Mund lassen wir uns auf keinen Fall verbieten.“

Weder 109 noch 1180 Euro überweisen
Aktuell warnt die Göttinger Verbraucherzentrale vor National Inkasso. Verbraucher aus Göttingen und Stadt erhielten kürzlich Briefe des Düsseldorfer Unternehmens mit Mahnungen im Auftrag von „Primetel Ltd.“ Die Empfänger sollen 109 Euro überweisen. Der Rat der Verbraucherzentrale: nicht zahlen.
Den gleichen Tipp geben die Verbraucherschützer im Fall von Schreiben mit dem Logo der Schufa. In dem Brief steht sowohl geschrieben „Vertragspartner der Schufa“ als auch „Vertragspartner der Gesellschaft für Forderungsmanagement und Inkasso GmbH“. 1180 Euro sollen die Empfänger an das Konto von „Dieter Prem“ überweisen.
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Verbraucherzentrale

Unerwünschte Werbeanrufe nehmen kein Ende: Auch in den vergangenen Wochen sind bei der Verbraucherzentrale reihenweise Beschwerden belästigter Bürger eingetroffen. Manchmal sollen den Angerufenen Verträge untergeschoben werden, manchmal nutzen die Anrufer die Angst vor Datenklau und Datenhandel aus.

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