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Erst das Wasser, dann die Geldsorgen

"Keiner soll einsam sein" Erst das Wasser, dann die Geldsorgen

Das Unglück kam in der Nacht: Ein Wasserschaden in der Wohnung über ihr hat im Oktober auch die Wohnung von Nadine C. (Name geändert) und ihren beiden Kindern (zwei und sechs Jahre) zerstört und unbewohnbar gemacht.

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Weihnachtshilfe „Keiner soll einsam sein“ hilft Menschen in Not.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Eine Hausratversicherung hatte die alleinerziehende Mutter nicht und ihr Vermieter will für den Schaden, den Handwerker in der oben liegenden Wohnung verursacht haben, nicht aufkommen. Auch alle Möbel seien unbrauchbar, sagt die 31-Jährige. Durch den nötigen Umzug und Neuanschaffung habe sie nun einen Kredit aufnehmen müssen. 4000 Euro Schulden habe sie jetzt, sagt C. Trotzdem fehlten in der neuen Wohnung noch immer eine Küche, ein Sofa, Stühle und ein Esstisch, weil kein Geld da ist. Gegessen werde auf dem Boden. „Den Kindern schmerzen davon die Knie“, sagt C. Ihr Sohn, der in die erste Klasse geht, habe außerdem keinen Schreibtisch, berichtet sie.

Immerhin habe ihr Vermieter, eine große Wohnungsgesellschaft, ihr nach dem Wasserschaden eine neue Wohnung vermittelt. Doch die ist viel teurer als die alte: 860 Euro kostet sie inklusive Gas und Strom. So bleiben von ihrem Gehalt als Verwaltungsangestellte nur noch knapp 570 Euro für laufende Kosten, Kindergartengebühren und Lebensmittel der dreiköpfigen Familie über. Eine günstigere Wohnung sei aber weder bei ihrem Vermieter noch auf dem Wohnungsmarkt derzeit zu bekommen. Weil sie mit ihren 25 Arbeitsstunden in der Woche nur knapp zu viel verdiene, habe sie auch kein Anrecht auf Wohngeld, erläutert C.

Der Vater ihrer Kinder hat C. neun Jahre nach ihrer gemeinsamen Hochzeit unmittelbar nach der Geburt des jüngsten Kindes verlassen. Ihr Mann lebe nun bei seiner neuen Freundin. Kontakt bestehe kaum noch, Unterhaltszahlungen leiste er keine, sagt C.

In der jetzigen finanziellen Situation sei an Weihnachtsgeschenke für die Kinder nicht zu denken. „Aber die haben doch Wünsche“, sagt sie. „Ein Fahrrad oder Lego.“ In Fällen wie diesen ist mit einer kleinen Unterstützung aus dem Topf der Tageblatt-Weihnachtshilfe „Keiner soll einsam sein“ oft schon viel geholfen.

„Ich will doch einfach nur in Ruhe mit meinen Kindern leben“, sagt C. heute. „Und dass mir mein Schaden bezahlt wird.“ Inzwischen lässt sie sich deshalb  anwaltlich vertreten. Ausgang ungewiss.

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