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Erste Flüchtlinge haben die Halle in Groß Schneen bezogen

Neues Zuhause in der Sporthalle Erste Flüchtlinge haben die Halle in Groß Schneen bezogen

Die Menschen im Schatten der Bäume grüßen freundlich: "Hallo! How are You?" Die Kinder spielen an den Klettergeräten, die Eltern entspannen. Sie gehören zu den ersten 55 Menschen, die von Freitagabend an in der Sporthalle in Groß Schneen ihr neues Zuhause haben.

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Flüchtlinge an der Sporthalle Groß Schneen

Quelle: Heller

Groß Schneen. Flüchtlinge sind sie, entkommen dem Krieg in Syrien. So wie Abdul. Mit seiner Frau und vier Kindern hat er vier Tage gebraucht, um nach Deutschland zu kommen. Immerhin, er ist dem Flüchtlingslager bei Aleppo, wo er zuletzt lebte, per Flugzeug entkommen.Hier in Groß Schneen zogen er uns seine Familie am Freitagabend zusammen mit der ersten Gruppe Flüchtlinge in die Sporthalle des Landkreises ein, die während der Ferien als Notquatier für das überfüllte Grenzdurchgangslager dient.

Notquartier? Wie es ist, das Notquartier? "Gut," sagt Abdul, "sehr gut. Es ist ja nur zum schlafen." Nein, hier beklagt sich niemand, dass er zusammen mit vielen anderen Flüchtlingsfamilien auf einem von derzeit 102 in Reih und Glied stehenden Notbetten des Katastrophenschutzes schläft. "Die schlafen ja meist schon im Stehen ein, wenn sie kommen", sagt Michael Weber, der Hausmeister.

Bis Freitag hat er die Mehrzweckhalle in Friedland mit betreut, wo 150 Asylbewerber seit Ferienbeginn untergebracht wurden, jetzt Weber in Groß Schneen. 55 Menschen betreut er am Sonnabendnachmittag, bis abends sollen es 100 werden, alles Familien. Wenn mehr kommen, stehen weitere 100 Notbetten bereit.

Er teilt Essen, aus, das ein Catering-Unternehmen reichlich bringt, bietet Getränke an, empfängt die Neuankömmlinge, die im Grenzdurchgangslager mit einer Zuweisungskarte versehen und dann nach Groß Schneen gefahren werden. Dort haben sie Betten in der Halle, Sanitäranlagen und Umkleiden, und draußen Spielgeräte und ein schattiges Plätzchen unter den Bäumen.

Und was fehlt? "Spenden", sagt der Hausmeister. Was das Lager bieten kann, ist da oder wird beschafft, so wie die Wäscheständer, damit die Kleidung nicht mehr über dem Bauzaun trocknen muss. Aber oft fehle den Flüchtlingen Geld zum Einkauf von Kleinigkeiten, zum Beispiel Shampoo.

"Sie kommen ja nur mit dem Allernötigsten." So werden sie wohl bis zum Ende der Ferien in Groß Schneen leben, oder sie werden verteilt an die niedersächsischen Kommunen. Was sie dort erwartet, wissen sie nicht, aber besser und weniger gefährlich als in Syrien, meint Abdul, wird es sein.

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