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Vielseitige Begegnung

„Runder Tisch Europa-Allee“ Vielseitige Begegnung

Was bei der Integration hilft, hilft auch der Nachbarschaft: In der Göttinger Hagenberggrundschule organisierte der „Runde Tisch Europa-Allee“ sein erstes Fest der Begegnung – für Flüchtlingsfamilien im Göttinger Westen, aber auch, um Anwohner des Hagenbergs und des Holtenser Bergs zusammenzubringen.

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Widerstand gegen NS-Diktatur

Familie Shekho aus Syrien

Quelle: Harald Wenzel

Göttingen. Esra aus Syrien erklärt, wie sie gerne geschminkt werden möchte. In wirklich gutem Deutsch, das sie in der Schule gelernt hat. Dabei ist sie erst seit sechs Monaten hier. Und die Mitarbeiterin des Kinderhauses Abraxas, das mehrere Stände auf dem Begegnungsfest aufgebaut hat, gibt ihr Bestes, ein Katzengesicht zu malen. „Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell Kinder eine Sprache lernen“, sagt sie.

Die zahlreichen Kinder unter den rund 300 über den Tag verteilten Besuchern kamen beim Fest voll auf ihre Kosten, dafür hatte die Sportgemeinschaft Grün-Weiß Hagenberg gesorgt: Hüpfburg, aufblasbare Kunststoffkugeln, in denen man herumrollen kann, eine Kegelbahn – unter anderem. Die hat Esra besonders gut gefallen, dort hat sie auch eine Frisbeescheibe gewonnen. Neben der Kinderbespaßung fand jedoch auch ein kleiner Flohmarkt statt, unter anderem waren der Förderverein der Hagenbergschule oder die Gesellschaft für bedrohte Völker mit Ständen vor Ort.

Runder Tisch Europaallee mit Fest der Begegnungen: hier die Familie Shekho aus Syrien

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Und es gab eine Genussmeile mit „internationalen Speisen, nicht nur Bratwurst und Pommes“, wie Marieke Thüne von Bonveno Göttingen sagt. Sie leitet die Wohnanlage in der Europa-Allee. Thüne hat schon mehrere solcher Feste in der Stadt erlebt. Was ihr beim Begegnungsfest am Hagenberg sehr gut gefiel, war, dass „es sehr sportorientiert und auf Kinder ausgerichtet ist“. Grundsätzlich freuten sich die Bewohner immer sehr über solche Veranstaltungen und „die Kinder strahlen, wenn sie das Wort Party hören“.

Auch, wenn nach und nach mehr Flüchtlinge eintrafen, abgeholt von Mitgliedern des Runden Tischs oder von Mitarbeitern der Bonveno – das Fest sollte viel mehr sein. Schon der „Runde Tisch Europa-Allee“, der nach dem Vorstellen der Pläne für die Flüchtlingsunterkünfte auf dem Hagenberg richtig Fahrt aufnahm, versammele Bürger aus dem Holtenser Berg und dem Hagenberg, sagt Uwe Richter, erster Vorsitzender der Sportgemeinschaft und einer der Aktiven beim Runden Tisch. „Er trägt dazu bei, dass beide Ortsteile zusammenwachsen.“

Dabei verbindet beide Ortsteile schon eine lange Erfahrung mit Migration, denn viele der nach Göttingen zugewanderten Russlanddeutschen, Kosovo-Albaner, Kroaten oder Libanesen kamen hier unter. „Daher ist der Umgang mit den Flüchtlingen selbstverständlicher, pragmatischer“, meint Richter.

Auch mit anderen Flüchtlingsinitiativen in der Stadt habe man sich ausgetauscht, weitere Initiativen des Runden Tischs seien derweil in der Vorbereitung: ein Erzählcafe oder ein internationaler Garten am Rande des Sportplatzes etwa. Damit will man Flüchtlinge ansprechen – ebenso wie die Nachbarn aus dem Holtenser Berg. „Die Weststadt tut sich zusammen“, beobachtete Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD). „Durch dieses Bürgerengagement schaffen wir Integration.“

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