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Loge zeigt ihre Räume

Neujahrsempfang der Freimaurerloge Loge zeigt ihre Räume

Die Freimaurerloge Augusta zum goldenen Zirkel hat erstmals einen Neujahrsempfang mit Gästen in ihren Räumlichkeiten in der Oberen Karspüle gegeben. Seit 270 Jahren besteht die Loge in Göttingen und zählt damit zu den ältesten in Deutschland.

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Quelle: Rebuschat

Göttingen. Seit 300 Jahren sind Freimaurer in Deutschland aktiv. Das die Freimauerei noch zeitgemäß sei, betonte Sebastian Lamprecht, zweiter Vorsitzender der Loge, in seiner Begrüßungsrede. „Denn in Zeiten von Viktor Orbán, Recep Tayyip Erdoğan oder auch Donald Trump die Freiheiten unserer Gesellschaft gefährden, ist es wichtig, Räume zu haben, in denen Hautfarbe, Religion oder Herkunft keine Rolle spielen.“ Lamprecht, der den Meister vom Stuhl Dietmar Meinshausen krankheitsbedingt vertrat, erläuterte in seiner Rede die Grundwerte der Freimauerei und skizzierte die historische Entwicklung der Bewegung. Angesichts ihres Engagements gegen autoritäre Regime und für eine offene, freie Gesellschaft überrascht es nicht, dass es Zeiten gab, in denen sich die Brüder lieber heimlich trafen. Nicht nur bekannte Freimaurer wie Wilhelm Leuschner, Carl von Ossietzky und Kurt Tucholsky waren Repressalien durch das nationalsozialistische Regime ausgesetzt. 1935 verfügte die NSDAP ein Logenverbot. 

Ulrike Kramer, Religionslehrerin und Meisterin der Frauenloge Stufen zum Licht, berichtete den Gästen von der Entstehung der Frauenloge in Göttingen. Zuletzt folgte ein Gastbeitrag des Essayisten und Autors Jens Oberheide, früherer Großmeister der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer in Deutschland. Oberheide sieht in der Freimauerei die Verkörperung der menschlichen Sehnsucht nach einer besseren Welt. „Zum Besten der Menschheit kann niemand beitragen, der nicht aus sich selbst macht, was aus ihm werden kann“, zitierte Oberheide den Dichter der deutschen Aufklärung, Gotthold Ephraim Lessing. „Und die Freimaurerei möchte hierzu beitragen.“

Das Duo Corda e Vento bestehend aus den Göttinger Musikern Andreas Düker (Basslaute) und Elke Hardegen-Düker (Flöte) sorgte für musikalische Programmpunkte. Im Anschluss bestand die Möglichkeit einer Führung durch das Logenhaus mit vielen Hintergrundinformationen zur freimaurerischen Tradition. „Menschlichkeit, Toleranz und Brüderlichkeit sind die Grundwerte der Freimauerei“, betonte Lamprecht in seiner Ansprache.

Von Jan Rebuschat

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