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Erster Sanierungsabschnitt des Rathauses Hann. Münden abgeschlossen

Wassereimer in Büros Erster Sanierungsabschnitt des Rathauses Hann. Münden abgeschlossen

Es knackt im Gebälk. Jüngst musste im Bürgermeisterbüro im historischen Rathaus in Hann. Münden wieder ein alter Eichenbalken abgestützt werden. Zwar wurde gerade ein erster Sanierungsabschnitt am Dach abgeschlossen, doch für weitere dringend erforderliche Arbeiten fehlt das Geld.

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Die hergerichtete Galerie-Ebene im Dachboden des Mündener Rathauses ermöglicht Besuchergruppen einen Rundgang.

Quelle: Hinzmann

Hann. Münden. Es knackt im Gebälk. Jüngst musste im Bürgermeisterbüro im historischen Rathaus in Hann. Münden wieder ein alter Eichenbalken abgestützt werden.

Zwar wurde gerade ein erster Sanierungsabschnitt am Dach abgeschlossen, doch für weitere dringend erforderliche Arbeiten fehlt das Geld.

Allein kann die Stadt Hann. Münden die erforderliche weitere Sanierung nicht stemmen. Dank Landesdenkmalförderung in Höhe von etwa 178 000 Euro konnte die Sanierung des Daches und des Dachbodens in einem ersten Abschnitt fertiggestellt werden. Doch damit allein ist es nicht getan.

Allerdings wurde der Förderantrag der Stadt auf finanzielle Unterstützung für den zweiten Sanierungsabschnitt abgelehnt. Aus dem aus dem Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ sei Münden nun schon zum zweiten Mal leer ausgegangen, sagt Burkard Klapp von der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt.

Neun Millionen Euro habe die Stadt für die Arbeiten am historischen Weserrenaissance-Rathaus beantragt, auf zehn Millionen belaufen sich die geschätzten Gesamtkosten. Damit wäre die Rathaussanierung langfristig abgeschlossen, so Klapp. Jetzt sollen noch einmal Gespräche geführt werden, teilt Bürgermeister Harald Wegener (BFMÜ) mit. Denn: Laut Ratsbeschluss kann die Rathaussanierung nur weitergeführt werden, wenn auch Fördermittel fließen.

Auf der noch nicht sanierten Dachhälfte liegen noch die alten Ziegel, stellenweise fällt von außen durch Löcher Licht in den etwa 13 Meter hohen Dachstuhl, bei Regen dringt Feuchtigkeit ein. Wegener: „Bei starkem Regen müssen wir in einigen Büros und in der Halle Wassereimer hinstellen.“ Jahrelanger Wassereintrag ins Gebäude hat daher auch dem Gebälk zugesetzt.

Jürgen Stieler von der Hochbau- und Gebäudeverwaltung der Kommunalen Dienste Münden (KDM) macht klar: „Es muss bald etwas passieren.“ Vor allem an jenen Stellen, wo Wasser eindringt, bekomme man das „nicht mehr mit punktuellen Maßnahmen in den Griff“, sagt er und sieht „Gefahr im Verzug“.

Die weiteren Sanierungsschritte seien vor allem aus Sicherheitsgründen dringend notwendig, so Stieler. Klapp nennt als einen Grund für den desolaten Zustand des Rathauses einen jahrelangen Investitionsstau.

Erforderlich sind laut Klapp „Brandschutzmaßnahmen, wie zum Beispiel der Einbau eines Treppenhauses als Rettungsweg“. Außerdem müsse das Tragwerk „deutlich ertüchtigt werden“, so Klapp, um die Statik und Konstruktion zu sichern. Mit jedem neuen Bruch eines Balkens, wie gerade aktuell im Büro des Bürgermeisters, leide die Sicherheit.

Ein Aufzug soll auch mobilitätseingeschränkten Menschen Zugang zum Rathaus ermöglichen, und die Haustechnik sowie die Energieversorgung seien schließlich zu erneuern. „Wenn wir aber nur auf absoluter Sparflamme weitermachen können“, so Klapp, dann müssten zunächst die dringendsten Mängel behoben werden: Dach, Brandschutz und Statik.

Laufsteg unterm Dach

Beim kürzlich fertiggestellten ersten Sanierungsabschnitt des Mündener Rathausdaches ist auch eine Besucher-Galerie entstanden. Darauf hat jetzt Bürgermeister Harald Wegener (BFMÜ) hingewiesen. Vorteil: Bei „unwesentlichen Kosten“ sei ein „hoher Nutzen“ entstanden.

Der Vorschlag, die bestehenden Plattformen im Dachboden des Rathauses so herzurichten, dass auch Besucher im Rahmen einer Führung die imposante Dachkonstruktion betrachten können, sei von den Bauarbeitern gekommen. „Die Begehbarkeit musste sowieso hergerichtet werden“, sagt Wegener.

Von den drei sogenannten Laufstegen unterm 13 Meter hohen Dachfirst wurde die unterste entsprechend hergerichtet, sagt Jürgen Stieler von der Hochbau- und Gebäudeunterhaltung der Kommunalen Dienste Münden (KDM). Die oberen beiden Ebenen sollen auch weiterhin nur als Arbeitsebenen für Wartungsarbeiten dienen.

Die ursprünglichen Laufstege wurden zum Teil zurückgebaut, zum Teil erneuert. Alle drei Ebenen dienen zudem der Statik. Während für die tragenden Balken der Konstruktion Eichenholz verwendet wurde, sind die Laufbretter und die Handläufe aus Nadelholz.

Die untere Galerie bietet die Möglichkeit, einmal herumzugehen und ermöglicht so interessante Perspektiven unterm Rathausdach. Führungen seien laut Stieler etwa beim Tag des offenen Denkmals denkbar. Und Wegener denkt auch an Besuchergruppen, die sich für Bautechnik interessieren und in Hann. Münden drei unterschiedliche Dachformen betrachten könnten: Rathaus, Schloss und Blasiuskirche hätten nämlich jeweils unterschiedliche Konstruktionen.

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Von Redakteur Britta Eichner-Ramm

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