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Erster dauerhafter Bewohner im ehemaligen DGB-Haus

Gekommen, um zu bleiben Erster dauerhafter Bewohner im ehemaligen DGB-Haus

Das besetzte, ehemalige DGB-Haus an der Oberen-Masch-Straße 10 hat den ersten dauerhaften Bewohner. Nach Angaben der Besetzer-Gruppe ist am Mittwoch ein junger Mann in das Gebäude eingezogen.

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Erholung von der Flucht: zwei Mädchen aus dem Irak spielen im DGB-Haus.

Quelle: Brakemeier

Göttingen. Der junge Geflüchtete habe nach seiner Flucht zunächst in einer Massenunterkunft im Landkreis Göttingen gelebt. An die Stelle der „entwürdigenden Unterbringung im Sammellager“ könne er nun im einem eigenen Zimmer wohnen, sagte ein Sprecher der Gruppe „Our House OM10“. Die Situation sei für ihn nun „viel angenehmer“.

Noch seien die Bedingungen in dem besetzten Haus „teilweise provisorisch“, entwickelten sich aber rasch weiter: „Durch Renovierungsarbeiten steht eine bezugsfertige Wohneinheit mit drei Zimmern, Küche und Bad kurz vor der Fertigstellung“, sagte der Sprecher. Hier soll demnächst eine Familie einziehen.

Die Gruppe wertet das auch als Beweis, dass die „sofortige Nutzbarmachung von leerstehendem Wohnraum“ möglich ist. „Die Wohnungsnot besteht ganz akut und der Winter steht vor der Tür. Deshalb handeln wir jetzt und führen die notwendigen Instandsetzungsarbeiten durch. Von der Stadt Göttingen und dem DGB erwarten wir, dass sie den Handlungsdruck anerkennen sowie Renovierungen und Ausstattung finanziell unterstützen. Darüber hinaus muss die Stadt endlich konsequent gegen den Leerstand anderer Gebäude vorgehen“, sagte ein Sprecher.

Aus dem Besetzerkreis ist nun „Fluchthilfegruppe“ in Planung, „um die Unterstützung Geflüchteter weiter zu verbessern“. Ein erstes Treffen ist für Freitag, 20. November, um 17 Uhr geplant. Auch würden immer wieder Geflüchtete in dem Haus übernachten, die am Göttinger Bahnhof gestrandet sind. „Eine Familie aus dem Irak blieb gleich acht Tage und erholte sich mit ihren drei Töchtern von den Strapazen der Flucht, bevor sie zu Verwandten in Dänemark weiterreiste“, sagte ein Sprecher.

Die Besetzer hatten das seit 2009 leerstehende ehemalige DGB-Haus Anfang November besetzt. Gespräche zwischen Besetzer, Stadtverwaltung und der Vermögens- und Treuhand-Gesellschaft (VTG) des Deutschen Gewerkschaftsbundes als Eigentümerin sollen fortgesetzt werden.

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