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„Sie sind das Gesicht der Gerichte“

Treffen der Justizwachtmeister „Sie sind das Gesicht der Gerichte“

Der erste Tag der Justizwachtmeister Bezirk des Oberlandesgerichts (OLG) Braunschweig hat das Bovender Bürgerhaus am Dienstag mit Uniformträgern gefüllt. Zur Premiere kamen 70 Beamte aus 19 Gerichten der Region zwischen Wolfsburg und Hann. Münden.

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Quelle: ms

Göttingen. „Sie sind das Gesicht der Gerichte und gleichzeitig die Jungs und Mädchen für alles.“ So begrüßte OLG-Präsident Wolfgang Scheibel die Kollegen und machte deutlich, dass das Aufgabenfeld der Wachtmeister weit mehr umfasst, als der Name vermuten lässt. „Meister stimmt vielleicht noch, aber sie sind weit mehr als Wächter“, sagte Scheibel weiter. Und tatsächlich machen die Eingangskontrollen für die Frauen und Männer mit dem weithin sichtbaren „Justiz“-Aufdruck auf der Uniformjacke nur einen Teil des beruflichen Alltags aus. Wenn auch einen immer wichtigeren.

„In den 80er Jahren war unsere Hauptaufgabe das Aktenschieben“, erinnerte sich Hans Wiebeck. Als leitender Regierungsdirektor ist er für Personalfragen im OLG-Bezirk zuständig. Nur 20 Jahre später hatte sich der Aufgabenbereich in Richtung Kommunikation verschoben und wieder 20 Jahre später wird das wichtigste Thema die Sicherheit sein. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen wird die für das Jahr 2020 beschlossene Einführung des elektronischen Rechtsverkehrs die Aufgabe des Aktentransports weitgehend hinfällig machen. Zum anderen wird mit jedem gewaltsamen Zwischenfall in Gerichtsgebäuden die Forderung nach mehr Sicherheit lauter. Mit den jüngsten Landeshaushalten wurde die Zahl der Stellen daher auch immer wieder aufgestockt.

„Einen 100-prozentigen Schutz können wir nie erreichen“, sagte Scheibel. Mit ständigen Kontrollen im Eingangsbereich wie im Göttinger Landgericht oder dem landesweiten Einsatzteam für besondere Gefährdungslagen lasse sich das Risiko zwar deutlich reduzieren. Es bedürfe allerdings auch der Fähigkeit der einzelnen Kollegen, Probleme vorauszusehen, mit neuen Situation umzugehen oder auf Menschen anderer Kulturen zuzugehen. Die Ausbildung werde diesbezüglich auch immer wieder angepasst, sagte Wiebecke. Passend dazu war der Fachvortrag beim ersten Tag der Justizwachtmeister gewählt: Menno Preuschaft, stellvertretender Leiter des niedersächsischen Demokratiezentrums, informierte über die Unterschiede zwischen Islam und Islamismus.ms

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