Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Erwartetes Chaos bleibt bislang aus

Lokführerstreik Erwartetes Chaos bleibt bislang aus

Das befürchtete große Chaos wegen des Lokführerstreiks ist bislang in Göttingen ausgeblieben. Dennoch kam es am Sonnabend zu Zugverspätungen von einer halben Stunde und mehr. Viele Züge fielen aus. Reisende suchten im Göttinger Bahnhof Rat am Info-Schalter der Bahn.

Voriger Artikel
Göttinger Rat beschließt Verkauf des ehemaligen tierärztlichen Institutes
Nächster Artikel
Streuobstwiesenmarkt an St. Jacobi in Göttingen

Verspätungen und Zugausfälle: Der Lokführerstreik beeinträchtigt den Zugverkehr am Wochenende.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Oder sie waren auf den Streik gut vorbereitet. Wie etwa Micheline Funke. Sie wich am Sonnabendmittag auf einen Fernbus aus. Eigentlich hätte sie am späten Nachmittag den ICE nach München nehmen wollen. Durch den Streik sei dieser aber gestrichen worden. Statt in vier Stunden in München zu sein, lagen nun neun Stunden Busfahrt vor ihr. Zwar habe sie Verständnis für den Streik, hält aber die Forderung der Lokführergewerkschaft GDL für überzogen. Sie glaubt, dass der Streik "die Leute nicht weiter bringt".

Im Bahnhof wartete Grazyna Tarczynski auf ihre Tochter aus London. Sie sollte aus Hannover eintreffen, doch auch ihr Zug verspätete sich um eine halbe Stunde. "Ich habe prinzipiell nichts gegen den Streik", sagte Tarczynski. Doch zwei Mal in kurzer Zeit gehe doch etwas zu weit, sagte sie. Und gleich zwei Tage lang zu streiken sei "zu extrem".

Die Niederländerin Magriet wollte über Hannover nach Hause. "Es ist nicht das Chaos wie ich es erwartet habe", sagte sie. Trotz des Streikes klappte ihre Verbindung wie geplant. Sie wunderte sich, wie viele Züge trotzdem noch fuhren und dass es ausreichend Informationen für die Reisenden am Bahnhof gab. "Wenn in den Niederlanden gestreikt wird, dann fährt gar kein Zug und Informationen gibt es auch nicht", berichtete sie.

Ab 2 Uhr am Sonnabend legten Hunderte Lokomotivführer die Arbeit nieder, wie Hartmut Petersen vom GDL-Bezirk Nord sagte. Insgesamt seien im Norden 80 Prozent der Züge ausgefallen. Der bundesweite Streik soll bis Montagmorgen um 4 Uhr andauern.

Die Gewerkschaft verlangt fünf Prozent mehr Geld und zwei Stunden weniger Wochenarbeitszeit. Vor allem aber will sie für das übrige Zugpersonal verhandeln. Die Bahn will hingegen verhindern, dass die GDL auch die Rechte der Zugbegleiter, Bordgastronomen und Disponenten vertritt.

Die Bahn hatte der Gewerkschaft am Freitag ein Angebot vorgelegt, das für die Lokführer eine dreistufige Einkommenserhöhung um insgesamt 5 Prozent vorsieht. Die Bahn bekräftigte, auch über andere Berufsgruppen mit der GDL sprechen zu wollen. GDL-Chef Claus Weselsky sprach von einem "Scheinangebot", mit dem die Solidarität unter den GDL-Mitgliedern ausgehebelt werden solle. Es sei nicht geeignet, in Verhandlungen einzusteigen. Das Bahn-Angebot erfüllt nicht die Kernforderung der GDL, bei Tarifgesprächen für das gesamte Zugpersonal verhandeln zu können.

Die Bahn hat unter 0 8000 996633   eine kostenlose Servicenummer geschaltet.

mit dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Nachwirkungen

Zwar wurde der zweitägige Streik der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) bereits am Montagfrüh, 20. Oktober, um 4 Uhr beendet, aber die Auswirkungen des Ausstands zogen sich für Südniedersachsen bis in in den späten Montagmorgen hin. Von 10 bis 11 Uhr waren so gut wie alle Züge der Deutschen Bahn AG verspätet unterwegs.

mehr
Vor 25 Jahren erhielt der Göttinger Wissenschaftler Erwin Neher den Nobelpreis