Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Europa feiert Island ...

EM-Fieber Europa feiert Island ...

Sensationell ins EM-Viertelfinale eingezogen und das Fußball-Mutterland England mal wieder der Lächerlichkeit preisgegeben: Ganz Europa hat seit Montagabend das Island-Fieber gepackt. Auch in Göttingen werden den sympathischen Underdogs, die auf so passende Namen wie Sigthorsson hören, die Daumen gedrückt.

Voriger Artikel
Lieferwagen ausgeräumt
Nächster Artikel
Fast alle Lkw zu schnell

Ganz im Zeichen Islands: Selbst König Wilhelm IV. outet sich als Fan der Skandinavier.

Quelle: r

Göttingen. „Heiß und kalt den Rücken herunter“ lief es Peter Holzigel, als er die Jubelszenen vor dem isländischen Fanblock vor dem Fernseher beobachtete. „Das sind irre Bilder, auch die vom Public Viewing aus Reykjavik“, sagt der ausgemachte Island-Kenner, der sich seit seinem Urlaub dorthin in die Insel verliebt hat.

Ein begeisterungsfähiges Volk

Die Isländer seien ein begeisterungsfähiges Volk, dazu total liebenswürdig. „Beispielsweise duzen sich dort alle“, berichtet der 70-jährige passionierte Fotograf und frühere Rechtspfleger, dessen schönste Island-Bilder im Amtsgericht ausgestellt sind. Die Entwicklung im Fußball setzte erst vor wenigen Jahren ein. „Es wurden Hallen gebaut, in denen ganzjährig trainiert werden kann. Draußen ist das aufgrund des Wetters höchstens drei Monate im Jahr möglich“, erklärt Holzigel.

Das einzig größere Stadion ist das Laugardalsvöllur in Reykjavik und fasst gerade einmal 15 000 Plätze - 2000 weniger als das Göttinger Jahnstadion. „Es ist nicht umzäunt und kein Mensch fragt dich, wenn du einfach rein gehst“, erinnert sich der Ballenhäuser an seinen Besuch. Die Euphorie in Island ist gigantisch. Von den gut 320 000 Einwohnern sollen sich derzeit zehn Prozent (!) in Frankreich aufhalten. Vor dem Viertelfinale gegen den hoch favorisierten Gastgeber bleibt Holzigel dennoch realistisch: „Das ist wahrscheinlich die Endstation.“

"Mit Herz und mannschaftlicher Geschlossenheit"

Den 2:1-Coup gegen England schaute sich auch der Göttinger Skandinavistik-Student Sebastian Goetz an. „Als Skandinavist und Anhänger der isländischen Mannschaft habe ich dem Spiel natürlich besonders entgegengefiebert“ erklärt der Fußball-Fan. „Es ist faszinierend, mit wie viel Herz und mannschaftlicher Geschlossenheit diese kleine Nation die Großen ärgert“, lobt das Fachgruppenmitglied der Göttinger Skandinavistik das Insel-Team.

In Island gibt es ungefähr 21 500 in Vereinen organisierte Fußballspieler. In der Qualifikation setzte sich die Mannschaft um den 37-jährigen Kapitän Eidur Gudjohnsen, der mit 26 Toren isländischer Rekordtorschütze ist, überraschend souverän gegen Gegner wie Tschechien, die Niederlande und Türkei durch. „Schon vor dem Turnier habe auf Island als Überraschungsmannschaft gehofft und möchte sie nun natürlich noch so lange wie möglich im Turnier sehen“, meint Goetz. „Es ist auch schön, wie viele neutrale Fans sich mit den Isländern freuen“, fügt der Göttinger hinzu.

Auch im EM-Fieber?

Dann schicken Sie Bilder Ihres sehenswerten Fan-Outfits und der schwarz-rot-goldenen Dekoration an online@goettinger-tageblatt.de.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Der Wochenrückblick vom 26. November bis 2. Dezember 2016