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Evangelischer Kirchenkreis Göttingen muss Gebäude abstoßen

Kirchen auf dem Prüfstand Evangelischer Kirchenkreis Göttingen muss Gebäude abstoßen

Der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Göttingen ächzt unter der Last seiner Gebäude – und der Druck nimmt zu. Zu viele Gebäude, zu wenig Geld für die Unterhaltung: Über dieses Problem diskutiert der Kirchenkreistag (KKT) seit knapp zwei Jahren. Immer deutlicher wird dabei, dass auch Kirchen auf dem Prüfstand stehen.

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St. Johannis, St. Marien, St. Jakobi und St. Albani in Göttingen.

Quelle: Vetter

Göttingen. Der Blick erweitere sich empfindlich auch auf die Sakralgebäude, stellte Pastorin Adelheid Ruck-Schröder bei der KKT-Sitzung in Barterode fest. Peter Friele, Leiter der Liegenschaftsabteilung im Kirchenkreisamt Göttingen-Münden riet den Delegierten, sich des Themas anzunehmen. Er stellte mit dem Gebäudemanager Robert Philippi die Ausgangslage dar: Zwischen dem tatsächlich investierten Geld und den erforderlichen Bauunterhaltungsmitteln klaffe eine Lücke, die immer größer werde.

Im Raum steht der Vorschlag, die Aufwendungen für die Bauunterhaltung bis 2025 um 30 Prozent zu senken. Das aber würde bedeuten: Ließe man die Kirchen unangetastet, müssten nahezu alle Pfarr- und Gemeindehäuser abgestoßen werden. Da tröstete die Delegierten auch Frieles Hinweis wenig, es müsse ja nicht immer ein Verkauf, es könne auch eine Überführung in ein Renditeobjekt sein. Auch die Möglichkeit, die Unterhaltung einer Kirche an einen Kirchbauverein zu übergeben, wurde in der Sitzung genannt.

Bis Herbst 2016 sollen im Kirchenkreis Gebäudebedarfspläne für Pfarrhäuser, Gemeindehäuser und Kirchen erstellt werden.  Die von einer Arbeitsgemeinschaft vorgestellten Kriterien für die Bewertung der Gebäude wurde im KKT ebenfalls vorgestellt und diskutiert. Durch die Auswertung der Kriterien sollen Rankings erstellt werden, die Auskunft darüber geben sollen, welche Gebäude am ehesten erhaltenswert sind. Die Verantwortlichen betonten jedoch, eine Entscheidung über die Abstoßung von Gebäuden müsse dann im politischen Raum des Kirchenkreistages fallen. Der wiederum muss auf die Kirchengemeinden als Besitzer der Gebäude Rücksicht nehmen. Mit großer Mehrheit sprach sich der KKT dafür aus, dass die Gebäudebedarfspläne aufgrund der vorgestellten Kriterien entwickelt werden sollen. Die Aufgabe soll ein KKT-Ausschuss übernehmen, der an die Stelle der bisherigen AG tritt.

Im Kirchenkreis Göttingen gehören der Kirche rund 340 Gebäude auf 1500 Grundstücken. Darunter befinden sich 70 Kirchen, 42 weitere Sakralgebäude wie Kapellen und Leichenhallen, 41 Pfarr- und 64 Gemeindehäuser sowie 66 Nebengebäude wie Garagen und Scheunen. Dazu kommen 28 soziale Einrichtungen, 25 Renditeobjekte, 5 Wohn- und zwei Verwaltungsgebäude.

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