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Ex-Feuerwehr-Jugendwart: BGH hebt Göttinger Urteil auf

Revision erfolgreich Ex-Feuerwehr-Jugendwart: BGH hebt Göttinger Urteil auf

Das Landgericht Göttingen muss sich erneut mit den Missbrauchsvorwürfen gegen einen früheren Ortsbrandmeister und Jugendwart einer Feuerwehr im Landkreis Göttingen beschäftigen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat auf die Revision des Angeklagten das erste Urteil aufgehoben.

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Göttingen. Das Göttinger Gericht hatte den 47-Jährigen im April wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Nach Ansicht des BGH hält die Beweiswürdigung einer sachlich-rechtlichen Nachprüfung nicht stand. Jetzt  muss eine andere Jugendschutzkammer erneut über den Fall verhandeln.

In dem Prozess geht es unter anderem um einen Vorfall, der sich laut Anklage im Oktober 2005 während einer Dorfkirmes ereignet haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft dem früheren Feuerwehr-Jugendwart vor, ein damals 13 Jahre altes Mädchen, das ebenfalls in der Jugendfeuerwehr Mitglied war, auf dem Nachhauseweg in einer dunklen Ecke intim berührt zu haben. Dann habe er sie mit in sein Haus genommen und sie anschließend im Schlafzimmer entjungfert.

„Offenbarungsgeschehens“

Das Landgericht hatte sich in seinem Urteil im Wesentlichen auf die Aussage der inzwischen 23 Jahre alten Nebenklägerin gestützt. Der Angeklagte hatte die Tat stets bestritten. Da es keine Zeugen gab, stand somit Aussage gegen Aussage. Nach Ansicht des BGH hätte die Kammer die Bekundungen der einzigen Belastungszeugin einer besonderen Glaubhaftigkeitsprüfung unterziehen müssen. Die Nebenklägerin habe über Jahre hinweg niemandem von den Taten erzählt.

Erst nachdem ihr Freund, den sie 2010 kennengelernt hatte, sie auf das Gerücht ansprach, dass zwischen ihr und dem Angeklagten „mal etwas gewesen sei“, habe sie über die Vorfälle berichtet. Später habe sie eine Therapie begonnen. Während dieser habe sie sich dann entschieden, den Angeklagten bei der Polizei anzuzeigen.

Nach Ansicht des BGH hätte die Göttinger Kammer angesichts dieses „Offenbarungsgeschehens“ genauer prüfen müssen, welche Angaben sie zum Tatgeschehen gegenüber ihrem Freund und im Rahmen der Therapie gemacht habe.

Von Heidi Niemann

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