Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Exponate im Vorgarten vom Städtischen Museum

Vorgarten mit Geschichte Exponate im Vorgarten vom Städtischen Museum

Ein Teil der Fassade vom Siedentopfschen Haus  steht im Vorgarten des Städtischen Museums. Ebenso eine Fenstereinfassung des Kaltenbornschen Hauses und ein Gedenkkreuz der Dransfelder St.-Martin-Kirche. Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Das Museum nutzt den Garten als zusätzlichen Ausstellungsort.

Voriger Artikel
Das Göttinger Schützenfest
Nächster Artikel
Bushaltestelle wird umgebaut

Ein Museumsbesucher auf der Bank aus Thorn.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Die Stadt Göttingen hat ein Faltblatt herausgegeben, in dem die stadthistorischen Exponate im Museumsvorgarten beschrieben sind. Die Ausstellungsstücke werden gezeigt, um Einblicke in die Geschichte von Stadt und Museum zu geben.
Das Faltblatt mit dem Titel „Stadtgeschichte im Vorgarten“ ist im Museum und anderen städtischen Einrichtungen erhältlich. Der Vorgarten am Ritterplan 7 / 8 kann dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 11 bis 17 Uhr besucht werden.

Polyeder-Sonnenuhr

Polyeder-Sonnenuhr

Quelle: r

Die Polyeder-Sonnenuhr hat seit 1934 ihren festen Platz im Vorgarten des Museums. Weltweit gibt es nur wenige Exemplare dieses speziellen Zeitmessers. Die Deutsche Gesellschaft für Chronometrie listet in ihrem Sonnenuhr-Verzeichnis für Deutschland nur sieben Exemplare auf. Hergestellt wurde dieses Göttinger Exemplar zwischen 1800 und 1850. Dieser Typ wurde in jener Zeit vor allem zu Dekorationszwecken gefertigt und zur Zierde in Vorgärten aufgestellt.

Kniende Engel

Kiender Engel

Quelle: r

Aus demselben Jahrhundert stammen die knienden Engel. Die Himmelsboten aus Gusseisen wurden in den Jahren 1858 und 1885 gefertigt. Bevor sie im Museumsgarten ausgestellt wurden, knieten sie am ehemaligen Allee-Tor an der Goethe-Allee und am Geismartor. Ursprünglich waren sie zu dritt, doch der Bote Gottes vom Albanitor ist verschollen. Auf ihren Knien tragen sie Spendenkästen, mit denen sie die Bürger symbolisch baten, Almosen für die Armen zu geben. Die Opferbereitschaft war damals sehr groß. Einige Spender hofften, dass dadurch ein Wunsch in Erfüllung gehe. Andere gaben aus Dankbarkeit für die Genesung von einer Krankheit oder einfach aus Nächstenliebe.

Grabstein vom Marienfriedhof

Grabstein vom Marienfriedhof

Quelle: r

Mit einem besonderen Grabstein wird der jung verstorbenen Eleonore Magdalene Wadsack gedacht. Die kunstvolle Anfertigung im Stil des Empire und die Größe des Grabmals deuten darauf hin, dass die Familie Wadsack adelig war. Die Rückseite zeigt gesenkte Fackeln, die für das verlöschende Leben stehen. Die Verstorbene wurde 1793 in Adelebsen geboren und starb 1808 in Göttingen. Der Grabstein stand ursprünglich auf dem ehemaligen Marienfriedhof an der Leinebrücke vor dem Groner Tor.

Gotische Fenstereinfassung

Gotische Fenstereinfassung

Quelle: r

Im Museumsgarten ist auch eine Fenstereinfassung zu sehen. Sie stammt aus dem Westgiebel des Kelterbornschen Hauses in der Jüdenstraße und wurde aus einzelnen Sandsteinblöcken zusammengesetzt. Einen festen Hausbesitzer hatte das Gebäude nicht, denn es wurde von unterschiedlichen Familien der städtischen Oberschicht bewohnt. Der gotische zweigeschossige Steinbau hatte Treppengiebel an der Ost- und Westfassade und lag nördlich des Jakobipfarrhauses. Im Jahr 1908 wurde das Haus abgerissen und die Fenstereinfassung dem Städtischen Museum übergeben. Das Fenster ist nicht mehr im Originalzustand: Ursprünglich war es ein Drillingsfenster. Um einen Durchgang oder eine Ladeluke zu schaffen, wurde allerdings eine Säule entfernt.

Fassade des Siedentopfenschen Hauses

Fassade Siedentopfsches Haus

Quelle: r

Auch die Fassade vom Siedentopfenschen Haus kann im Vorgarten des Museums begutachtet werden. Sie grenzt seitlich an den Vorgarten des Museums. Im Jahr 1905 wurde das Haus in der Roten Straße abgerissen und die Fassade der Remise vorgeblendet. Das Haus gehörte seit dem Ende des 18. Jahrhunderts der Tuchmacherfamilie Hasselbach. Seinen Namen als Siedentopfensches Haus erhielt es allerdings erst später: Mitte des 19. Jahrhunderts richtete dort der Kupferstecher Siedentopf seine Bunt- und Kupferdruckerei ein.

Gedenkkreuz

Gedenkkreuz

Quelle: r

Das Kreuz, das im Vorgarten steht, gilt als das älteste datierte Steinkreuz Deutschlands. Eigentlich war das Gedenkkreuz am Papenbusch der Dransfelder St.-Martin-Kirche beheimatet. Es stammt aus dem Jahr 1260 und beschreibt laut Inschrift einen grausamen Tod: Ein Schmied namens Wilhelm sei in dem Jahr von Wölfen zerrissen worden. Der Beruf von Wilhelm wird auf dem Kreuz bildlich dargestellt, denn es zeigt die Werkzeuge Haumesser, Zange und Hammer. Allerdings ist es als Markus- und nicht als Wilhelmskreuz bekannt. Das liegt an dem Aufstellungsdatum 26. April, das auf der Rückseite des Relikts zu lesen ist, dem Tag nach dem Fest des Evangelisten Markus. Er wird unter anderem bei plötzlichen Todesfällen angerufen.

Bank aus Thorn

Bank aus Thorn

Quelle: r

Eines der jüngeren Museumsgarten-Exponate ist eine Bank. Sie ist ein Geschenk von Göttingens polnischer Partnerstadt Thorn. Die Städtepartnerschaft besteht seit 1978. Auf der Bank sitzt ein großer Frosch, der auf die Legende der Partnerstadt verweisen soll. Demnach rächte sich eine Hexe, indem sie Scharen von Fröschen in die Stadt Thorn schickte. Doch die Plage dauerte nicht ewig, denn einem Bauernjungen gelang es, die Frösche mit dem Spiel auf der Fidel aus der Stadt zu locken. Heute gibt es wieder Frösche in Thorn, allerdings symbolisch in dem Brunnen vor dem Rathaus. Und die sind nicht mehr von einem Fluch behaftet, sondern bringen dem, der sie berührt, Glück.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Bilder der Woche vom 24. bis 30. September 2016