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Fachkräftemangel macht Kitas in Göttingen zu schaffen

„Notfalls müssten Gruppen schließen“ Fachkräftemangel macht Kitas in Göttingen zu schaffen

Die Auswirkungen des Fachkräftemangels bekommen auch die Kindertagesstätten in der Region zu spüren – und könnten im schlimmsten Fall bald sogar zur Schließung einzelner Gruppen und ganzer Einrichtungen führen.

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Massiver Krippenausbau und schlechte Bezahlung: Der Fachkräftemangel in Kitas in der Region ist „deutlich spürbar“.

Quelle: dpa

Göttingen. „Ja, das Thema macht sich bemerkbar“, sagt dazu Göttingens Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Es seien zwar derzeit „alle über 140 Stellen in den 15 städtischen Kitas glücklicherweise besetzt“. Posten hätten aber wegen des Mangels an qualifizierten Fachkräften nicht zum vorgesehenen Zeitpunkt besetzt werden können. Gründe seien „der massive Krippenausbau insbesondere in den alten Bundesländern“ und die Bezahlung.

„Besonders schwierig gestaltet es sich oft, Fachkräfte zur Vertretung in Krankheitsfällen zu gewinnen“, erklärt Johannson. Zudem komme es bei befristet Beschäftigten vermehrt zu kurzfristigen Kündigungen, weil sie unbefristete Beschäftigungsverhältnisse bei anderen Trägern eingingen, über die die Stadt in dem Umfang nicht verfüge.

Richtig heftig könnte es aber im nächsten Jahr werden. Dann nämlich finanziert das Land Niedersachsen eine dritte Fachkraft in Krippengruppen. Mit laut Johannson möglicherweise gravierenden Folgen: „Notfalls müssten Gruppen oder Einrichtungen geschlossen werden, weil der gesetzlich vorgegebene Standard nicht erfüllt werden kann, nicht mangels Geld, sondern mangels qualifizierten Personals.“

Was tun?

Dieses Problem sieht auch Ute Lehmann-Grigoleit vom Kita-Büro des Kirchenkreises Göttingen, Träger von 40 Kitas. „Der Fachkräftemangel ist deutlich spürbar“, sagt sie. „Wir bekommen weniger Bewerbungen auf Stellenausschreibungen, und die fachliche Qualifizierung der Bewerbungen ist gesunken.“ Zusätzlich verstärkt werde der Fachkräftemangel „im Zuge der Einstellungen von Drittkräften in Krippen“. Diese Stellen würden sicher nicht alle besetzt werden können.

Was also tun? Als großer Arbeitgeber biete die Stadt „neben einer guten Altersversorgung und einer anerkannten Verwaltungs- und Führungskultur ein hohes Maß an Fortbildungsmöglichkeiten und Chancen zur Weiterqualifizierung“, sagt Johannson. Mehr Geld zahlen oder andere vergleichbare Anreize schaffen – manche Kommunen bieten ihren Erziehern zum Beispiel günstigen Wohnraum an – könne man indes nicht, „weil wir natürlich an die zwischen den Tarifparteien getroffenen Vereinbarungen gebunden sind“.

„Wir bieten ein qualitativ gut aufgestelltes und verlässliches Fortbildungs- und Weiterbildungssystem und Supervision“, sagt Lehmann-Grigoleit. „Weiterhin bauen wir ein Vertretungssystem mit fest angestellten Vertretungskräften auf.“ Um allerdings mehr junge Menschen für den Beruf des Erziehers zu begeistern, „müssten Bezahlung und die gesellschaftliche Anerkennung entsprechend gehoben werden“.

Dritte Kraft

Das Land Niedersachsen will ab dem 1. Januar den Personalschlüssel in Krippengruppen verbessern und finanziert die sogenannte Dritte Kraft.

Damit erhalten Träger künftig Finanzhilfe in Form einer Pauschale für Sozialassistenten – ab 2015 für vorerst 20 Betreuungsstunden, bis 2020 dann für die gesamte Betreuungszeit.

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