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Teurere Fahrkarten sorgen für Ärger

Elektronisch in die Zukunft Teurere Fahrkarten sorgen für Ärger

Die geplante Preiserhöhung der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) für im Bus gekaufte Fahrkarten sorgt im Netz für Empörung. Andere Verkehrsbetriebe haben mit der differenzierten Erhöhung gute Erfahrungen gemacht. In Sachen Handyticket ist die GöVB noch in der Planungsphase.

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Quelle: CR (Symbolbild)

Göttingen. Die Erhöhung von 2,10 auf 2,20 Euro soll vor allem der Beschleunigung des Busverkehrs dienen, indem weniger Fahrgäste ihre Tickets beim Busfahrer kaufen, sagt GöVB-Chef Michael Neugebauer. Damit verkürze sich die Standzeit der Fahrzeuge an den Haltestellen.

Das sieht auch Florian Adler so, Sprecher der Stadtwerke Münster. Dort gibt es die Preisdifferenz beim Kauf beim Busfahrer und anderen Möglichkeiten seit gut drei Jahren. Und der Unterschied ist größer als in Göttingen: Die Fahrkarte im Vorverkauf kostet 2,60 Euro, im Bus muss der Fahrgast 2,90 Euro bezahlen. Außerdem haben die Stadtwerke eine elektronische Abrechnungskarte eingeführt, über die man ein 90-Minuten-Ticket für glatte zwei Euro erwerben kann. Die Viererkarte, im Vorverkauf für 9,40 Euro zu haben, kostet im Bus 11,60 Euro.

Auch bei anderen Kartenarten ist die Spreizung der beiden Erwerbsarten deutlich größer als in Göttingen. Allerdings, erklärt Adler, „haben auch wir mit geringen Unterschieden angefangen“.

Die Erfahrungen in Münster mit den Preisdifferenzen zwischen Kauf beim Fahrer, Vorverkauf und elektronischer Abrechnung seien durchweg gut, sagt Sprecher Adler. Jeder Ticketverkauf im Bus dauere etwa 30 Sekunden, die letztlich von der Fahrzeit abgehen. Der Busverkehr sei damit merklich beschleunigt worden.

Im Netz kommen die Änderungen bei den GöVB indes nicht gut an. „Immer hoch“ mit den Preisen, „dann fahren wir alle bald Rad“, schreibt „Julia Becker“ im Netzwerk Facebook. „Bald kannst du mit dem Auto günstiger fahren“, meint „Daniel Eckermann“. Nachdem die GöVB auf den Erwerb in Vorverkaufsstellen setzt, forderen andere Kommentatoren im Netz mehr davon. „Freddy Wagener“ fordert ein Handy-Ticket und Fahrkartenautomaten.

Automaten, sagt GöVB-Chef Neugebauer, seien „sehr teuer“ und „eine Übergangstechnik“. Sein Unternehmen setze „für die Zukunft auf elektronische Fahrkarten“. Derzeit werteten die GöVB Erfahrungen anderer Unternehmen oder Verbünde mit ihren unterschiedlichen Systemen aus, „um dann entscheiden zu können, welches System für Göttingen und den VSN das Passende ist“. Die relativ kurze Gültigkeitsdauer des Fahrscheins von 60 Minuten rechtfertigt Neugebauer mit der Größe der Stadt. „Die meisten anderen Städte“ böten nur Einzelfahrscheine an, die nur für eine Fahrt gälten.

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Von Redakteur Matthias Heinzel

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