Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Kontrolliert in die Vollbremsung

Fahrsicherheitstraining Kontrolliert in die Vollbremsung

Das eigene Fahrzeug unter schwierigen Bedingungen kennenlernen und Ängste abbauen – das nahmen rund 20 Teilnehmer beim Fahrsicherheitstraining der Göttinger Verkehrswacht mit. Gesponsert vom "Kauf Park" absolvierten sie Bremstrainings auf schwierigem Untergrund.

Voriger Artikel
Zweite Göttinger Oldienacht in der Soccer-Arena
Nächster Artikel
Diskussion um ehemaliges EAM-Haus

Instruktor und Fahrsicherheitstrainer Tobias Hillemann berät einen Autofahrer.

Quelle: Harald Wenzel

Göttingen. „Komm, richtig Gas geben, ja, mehr, mehr und jetzt abbremsen!“, tönt die Stimme von Tobias Hillmann, Fahrsicherheitstrainer der Verkehrswacht Göttingen, aus dem Funkgerät, das jeder Teilnehmer bekommen hat. „Und hab ruhig Mut beim Drauftreten auf die Bremse, da geht nichts kaputt.“

Die meisten Teilnehmer sind junge Fahranfänger, aber auch ein Senior macht mit, aus „Spaß, aber ein bisschen was lernt man wohl auch“, sagt Horst Scharff, 82, aus Bad Sooden-Allendorf. Verschiedene Situationen werden auf dem Betriebsgelände der Göttinger Verkehrsbetriebe geübt, die Fahrer sollen ein Gefühl für ihren eigenen Wagen bekommen und lernen, wie er in einer Ausnahmesituation reagiert. Mit 50, später mit 70 Stundenkilometern wird auf trockenem Untergrund die Vollbremsung geübt.

Gewöhnungsbedürftig für alle: Die Bremswirkung hängt gar nicht von der ausgeübten Kraft auf das Bremspedal ab, sondern von der Geschwindigkeit, mit der die Bremse getreten wird. Wer schnell und konsequent durchtritt, kommt früher zum Stehen.

Anschließend wird der Untergrund schwieriger – Vollbremsung auf einer nassen Plastikplane, später ist sie halbseitig nass und zum Schluss muss auf ihr einem Hütchen ausgewichen werden. „Der Untergrund entspricht etwa einer festgefahrenen Schneedecke“, sagt Hillmann.

Zwischendrin gibt es noch Tipps und Aufklärung von den Profis. Hillmann erklärt mit viel Humor, wie sich der Fahrer seinen Sitz einstellen sollte und wie richtiges Bremsen geht. Polizeihauptkommissar und Verkehrssicherheitsberater Jörg Arnecke klärt über die großen Risiken etwa durch das Handy am Steuer auf. „Unfälle passieren nicht einfach, sie werden verursacht“, sagt er – dadurch, dass der Fahrer während der Fahrt abgelenkt wird oder nicht den Sicht- und Straßenverhältnissen entsprechend vorsichtig fährt. „Das Handy ist inzwischen der Killer Nummer eins.“ Junge Menschen seien überproportional häufig in Unfälle verwickelt, allerdings stagnieren die Zahlen inzwischen. Steigend sei hingegen die Zahl der Unfälle mit Senioren. Solche Fahrtrainings seien eine sinnvolle Sache, so Arnecke, „selbst ich lerne bei jedem dieser Trainings noch etwas dazu“.

Das geht auch Linda Kreisch, 18 und seit fast einem Jahr im Besitz eines Führerscheins, so. „Ich finde das richtig gut, dass es dieses Training gibt. Es ist ganz schön krass, mitzumachen, aber man lernt voll viel. Es wird mit jedem Mal leichter, kontrolliert zu bremsen.“

Die Verkehrswacht Göttingen bietet regelmäßig achtstündige Verkehrssicherheitstrainings an. Termine lassen sich auf ihrer Homepage einsehen. Informationen gibt auch bei Jörg Arnecke. Die Polizei will ihre Präventionsbemühungen im kommenden Jahr fortsetzen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“