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Fahrverbot für Lastkraftwagen

Fronleichnam Fahrverbot für Lastkraftwagen

Fronleichnam – wegen des Fahrverbotes für Lastkraftwagen unter anderem in Hessen bedeutet der kirchliche Feiertag für viele Fernfahrer eine unfreiwillige Pause. Die Raststätte Göttingen West an der Autobahn 7 war gestern fast ausschließlich von Lastwagen belegt.

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Zwangspause: Saulius Kepalas, Darius Baranauskas und Valentinas Andrijonas aus Litauen (v.l.).

Quelle: JV

„In Deutschland gibt es immer ein klitzekleines Problem“, sagt Darius Baranauskas. Der Fernfahrer aus Litauen nimmt die verordnete Zwangspause wegen des Feiertages auf der Autobahnraststätte Göttingen West mit Humor, auch wenn er sich bereits seit zwölf Stunden mit seinen beiden litauischen Kollegen und anderen Truckern aus Deutschland und ganz Europa langweilt. Mindestens zehn weitere Stunden Warterei liegen vor den Fahrern. Denn erst ab 22 Uhr durften sie gestern mit ihren Sattelzügen die Landesgrenze nach Hessen wieder passieren. Denn hier herrscht, anders als in Niedersachsen, zu Fronleichnam ein Fahrverbot für Lastwagen.

„Jetzt stehe ich hier blöd herum“, ärgert sich ein Stück weiter Fernfahrer Karl Schulze. Nein, Verständnis für das Fahrverbot hat er nicht. Früh ist er am Donnerstagmorgen in Berlin mit Fracht nach Frankreich gestartet, weiter als Mengershausen ist er nicht gekommen. Jetzt um die Mittagszeit ist kaum noch ein Stellplatz auf dem Ratsplatz zu finden. Schulze versperrt mit seinem Truck die Zufahrt. Was anderes bleibt ihm kaum übrig. Schnell ertönt hinter seinem Fahrzeug ein Hupkonzert, begleitet von wütenden Gesten anderer Fernfahrer, die ebenfalls genervt sind von der Parkplatzsuche. Schulze versucht schließlich sein Glück auf der Ostseite der Raststätte.

„Verlorener Tag“

Genervt von dem Fahrverbot in Hessen ist auch Jörg Niewandt, Inhaber der Raststätte: „Die Lkw blockieren unsere Parkplätze. Busse oder Pkw finden dann keinen Platz mehr und fahren weiter“, ärgert er sich. „Was den Umsatz angeht, ist es für uns ein verlorener Tag.“ Schließlich wollten die Fahrer Geld verdienen und nicht 24 Stunden in seinem Betrieb Geld ausgeben, sagt Nieswandt dann doch verständnisvoll. Bereits am Nachmittag berichtet Bernd-Peter Ahlborn von der Göttinger Autobahnpolizei von einer „mehr als angespannten Lage“. Sie sollte sich am Abend noch weiter zuspitzen.

Hans-Joachim Ottenberg hat es sich in seiner Fahrerkabine gemütlich gemacht, während es draußen zu regnen anfängt. Schon seit Mittwochabend steht er in Mengershausen. „Ist halt so. Können wir alle nichts dran ändern“, sagt er stoisch. Seit 25 Jahren kennt er die Situation. Durch die Planungen der Speditionen seien Fahrten zu Fronleichnam und anderen Feiertagen eben häufig nicht zu vermeiden, sagt er. Neben Fronleichnam gibt es in Deutschland mit dem Reformationstag (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) und Allerheiligen (Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland) zwei weitere regional begrenzte Feiertage mit Fahrverboten.

Von Michael Brakemeier

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