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Falsche Führerscheine und technische Mängel

Bilanz der Großkontrolle Falsche Führerscheine und technische Mängel

Polizei und Zoll haben am Wochenende die Bilanz der groß angelegten Kontrollaktion am Freitag an der Autobahn 7 in Höhe der Rastanlage Göttingen-Ost vorgelegt. Von 16.30 bis 20.30 Uhr seien rund 1000 Fahrzeuge kontrolliert und dabei eine Vielzahl von Verstößen festgestellt worden, heißt es in der Mitteilung der Polizei.

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Kontrolle an Rastanlage: Lastwagen wurden von Polizei und Sachverständigen untersucht.

Quelle: Vetter

Unter anderem folgende Ergebnisse werden bilanziert: Es gab 18 Strafanzeigen, davon drei wegen Urkundenfälschungen. Für drei Männer mit gefälschten deutschen, jugoslawischen und kongolesichen Führerscheinen endete die Fahrt. Ferner: sechs Strafanzeigen wegen Drogenbesitzes, eine wegen Mitführens eines Dolches, zwei wegen Kennzeichenmissbrauchs, drei wegen Fahrens ohne gültigen Führerschein sowie drei wegen Trunkenheitsfahrten.
Darüberhinaus gab es 54 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten: unter anderem wegen Verstößen gegen die Ladungssicherheit und die Lenkzeiten, oder wegen Mängeln an Bremsen oder Bereifung. Sechs Fahrer waren unter Drogeneinfluss unterwegs. 16-mal untersagte die Polizei die Weiterfahrt, vor allem wegen gravierender technischer Mängel. Es gab 144 Identitätsfeststellungen, sechs Personen wurden vorläufig festgenommen – darunter ein polizeilich bekannter Mann, der mit seinen fünf Begleitern ohne Fahrerlaubnis in einem Auto mit falschem sowie entstempeltem Kennzeichen erwischt wurde.
Bei den zeitgleich vorgenommenen Tempomessungen gingen der Polizei 980 Raser ins Netz. Der schnellste wurde auf der A 7 in Höhe der Anschlussstelle Göttingen mit Tempo 159 statt der erlaubten 80 Stundenkilometer geblitzt. 20 Autofahrer erhalten Fahrverbote, 32 weitere werden wegen zu geringen Sicherheitsabstandes angezeigt.
Auch der Zoll spricht von Erfolgen, wenngleich keine Schmuggelware sichergestellt wurde: 41 Arbeitgeber wurden überprüft, 48 Personalien festgestellt, acht Anzeigen gab es wegen Leistungsmissbrauchs, drei wegen Verstoßes gegen das Arbeitnehmerentsendegesetz, sechsmal fehlte die Arbeitserlaubnis und einmal wurde Scheinselbstständigkeit vermutet.
Doch während die Akteure unter der Leitung des Ersten Polizeihauptkommissars Heinz Kornrumpf von der Aktion überzeugt sind – „Die Bilanz spricht für sich“ –, gibt es in der Bevölkerung durchaus geteilte Meinungen. Auf der Tageblatt-Internetseite sprechen die Kommentare eine deutliche Sprache.
„Alle Bürger Verbrecher“
Zweifel gibt es vor allem an der Verhältnismäßigkeit der Mittel: „Es wird Zeit das beim nächsten Ladendiebstahl das SEK anrückt“, heißt es da zum Beispiel. Ein anderer Leser schreibt: „In den Augen der Verantwortlichen und der Polizei sind die Bürger anscheinend alle Verbrecher. Wenn dies in diesem Land hier so weitergeht, kontrolliert demnächst die Polizei mit den gleichen fadenscheinigen Begründungen die Wohnungen und Häuser.“
Viel Unverständnis ruft auch der Zeitpunkt der Kontrolle hervor: „Ich halte es für eine Frechheit und Arroganz dem Bürger gegenüber, an einem Freitagnachmittag im dicken Berufs- und Ferienverkehr eine Hauptschlagader des Verkehrs dichtzumachen.“
Aber es gibt auch Lob für die Polizei: „Ist doch genau das Richtige, um genau diese Raser und Lkw rauszufischen, denen sonst nie etwas passiert“, schreibt eine Leserin.

Das Video zur Kontrollaktion an der A 7 gibt es hier.

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Großkontrolle auf A 7
Großkontrolle auf der Autobahn 7 an der Rastanlage Göttingen-Ost

Solch eine große Kontrollaktion hat es bisher noch nicht gegeben: Polizei und Zoll sperrten gestern für vier Stunden die A 7 in Fahrtrichtung Norden ab. Rund 1800 Lastwagen und 5300 Autos passierten die Kontrollstelle an der Raststätte Göttingen-Ost, etwa 1000 Fahrzeuge wurden genauer untersucht. Der Rückstau reichte zeitweise bis über das Dreieck Drammetal hinaus.

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