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Falscher WDR-Mitarbeiter verspricht Unterstützung für querschnittsgelähmte Göttingerin

Betrüger nutzt Spendenaktion aus Falscher WDR-Mitarbeiter verspricht Unterstützung für querschnittsgelähmte Göttingerin

Ein unbekannter Mann hat die Präsentation einer Spendenaktion während des Rosdorfer Lauftags am Sonntag offenbar für betrügerische Zwecke ausgenutzt. Dabei soll er mindestens eine Person um Geld betrogen haben. Die Polizei bestätigte am Sonntagabend den Fall.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Rosdorf. Demnach habe sich der Mann als Mitarbeiter des WDR ausgegeben und behauptet, das Projekt „Kathi geht“ der Göttingerin Kathi Kahrstedt zu unterstützen. Kahrstedt erlitt 2013, hervorgerufen durch eine Infektion im Rückenmark, eine sogenannte inkomplette Querschnittslähmung. Sie kann seitdem ohne technische Hilfsmittel nicht mehr laufen. Mit einer Neuro-Orthese könnte sie wieder gehen, doch diese kostet 10000 Euro und wird nicht von der der Krankenkasse übernommen, wie Kahrstedt und ihre Unterstützer erklären.

Eine Gruppe von Unternehmen und Freunden von Kahrstedt hat sich zum Ziel gesetzt, der jungen Frau durch eine Spendenaktion die Anschaffung der teuren Technik zu ermöglichen. Am Sonntag stellten sie und ihre Unterstützer das Projekt beim Rosdorfer Lauftag vor.

Dabei sei ein Mann auf die Bühne gekommen, habe sich als Mitarbeiter der „Sendung mit der Maus“ und des WDR ausgegeben und behauptet, dieser werde die Kosten für die Orthese übernehmen, sagten Kahrstedt und Dieter Eikenberg von der „Arbeitsgemeinschaft Rosdorfer Lauftag“ gegenüber dem Tageblatt. „Da haben wir alle nur zu gern dran geglaubt“, sagte Eikenberg. Es habe riesigen Applaus gegeben, einige hätten sich mit Tränen in den Augen in den Armen gelegen. Später, als der Mann verschwunden war, sei ihnen die Sache komisch vorgekommen, sagte Eikenberg. Sie hätten im Internet recherchiert und von ähnlichen Fällen gelesen.

Der Mann habe nach seinem Auftritt auf der Bühne Geld gesammelt. Wofür und wie viel, das sei noch unklar, so die Polizei weiter. Dabei nutzte er offenbar aus, dass er sich zuvor als eloquenter Gönner dargestellt hatte. Unterdessen hat Kahrstedt noch am Abend Anzeige wegen Betrugs erstattet. Die Polizei bestätigte das. „Ich dachte, ich hätte das Geld für meine Orthese, und dann ist alles wie ein Kartenhaus zusammengefallen. Wie kann ein Mensch sich nur so menschenverachtend verhalten?“, fragt Kahrstedt. Das sei „natürlich richtig bitter“, sagte auch Eikenberg. „Wir dachten, das Problem sei gelöst. Aber jetzt kämpfen wir erst recht weiter für Kathi.“

Ein Sprecher des WDR bestätigte am Abend, dass es schon mehrfach Fälle gegeben habe, in denen sich ein Mann in betrügerischer Absicht als Mitarbeiter des WDR ausgegeben habe. Er gehe im Rosdorfer Fall ebenfalls von einem Betrug aus.

afu/hru

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