Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 18 ° Regenschauer

Navigation:
Eschentriebsterben in Göttingen

„Falsches Weißes Stengelbecherchen“ gefährdet Baumbestand Eschentriebsterben in Göttingen

Ein Schlauchpilz gefährdet den Eschenbestand in Göttingen. Zur Sicherung der Holzqualität lässt die Stadt stark befallene Bäume im Stadtwald fällen. Außerhalb des Waldes werden vorerst nur erkrankte Eschen gefällt, die durch ihr Absterben die Verkehrssicherheit gefährden könnten.

Voriger Artikel
Vor Wild wird gewarnt
Nächster Artikel
Bundesmittel für 14 Sprach-Kitas

Die Stadt Göttingen besitzt etwa 1500 Eschen als Park- und Straßenbäume. Rund 20 Prozent der Bäume im Stadtwald sind Eschen.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Seit 2006 ist das Eschentriebsterben in Göttingen bekannt. Ausgelöst wird es durch den aus Japan stammenden Schlauchpilz „Hymenoscyphus pseudoalbidus“ - auch „Falsches Weißes Stengelbecherchen“ genannt. Bei befallenen Bäumen lichtet sich zunächst die Krone. Erst sterben Zweige und Blätter ab, dann der ganze Baum. „Das ist besonders tragisch, weil die Esche früher als Baum des Lebens bekannt war“, sagt Martin Levin, Oberförster der Stadt Göttingen. Levin zufolge seien 75 Prozent der Eschen in Göttingen vom Eschentriebsterben betroffen.

Die Stadt Göttingen besitzt etwa 1500 Eschen als Park- und Straßenbäume. Rund 20 Prozent der Bäume im Stadtwald sind Eschen. Wesentlich höher ist der Eschenanteil bei Wildaufwuchsen in waldartigen Bereichen wie Böschungen.

„Der Pilz setzt sich in den Leitungsbahnen des Baumes fest und verstopft diese dann. Nach zwei bis drei Jahren ist der Baum tot“, erklärt Levin. Zu erkennen sei der Pilzbefall auch an einer Schwarzfärbung der Triebe. Der Oberförster rät Menschen, in deren Privatgärten Eschen stehen: „Wenn Äste und Triebe so aussehen, als wären sie verbrannt, sollte man nicht gleich in Panik verfallen, sondern den Baum erst einmal weiter beobachten und dann einen Baumfachmann hinzuziehen“.

Gemeinsam mit Henning Schwarze vom Baubetriebshof der Stadt Göttingen ist Levin für die Prüfung der Göttinger Bäume zuständig. „Dieses Jahr sind es schon deutlich mehr Eschen, die auf der Fällliste stehen“, erzählte Schwarze besorgt. „Es sind zwischen 240 und 250 Bäume in diesem Jahr. Manchmal fällen wir erkrankte Bäume nicht, wenn sie nicht verkehrsgefährdend sind. Wir machen Torsobäume aus ihnen.“

Den Angaben der Stadt zufolge zeigen sich die Baumschäden massiv entlang der Bundesstraße 27. Auch einen großen Teil der Herzberger Landstraße musste die Stadt am Montag und Dienstag jeweils von 7 bis 17 Uhr für Baumpflegearbeiten sperren. Nachgepflanzt werden erst einmal andere Baumarten, da es noch keine nachweislich resistenten Eschen gibt.

„Es ist echt schade um so schöne starke Charakterbäume wie Eschen. Bei Eschen an Plätzen wie dem Albani-Friedhof werden wir lange überlegen, ob wir sie fällen“, sagt Levin. „Wir kämpfen um den Erhalt der Esche.“

Baumkontrolle

Der Fachbereich Stadtgrün und Umwelt der Stadt Göttingen ist zuständig für städtische Baumkontrollen. In jedem Jahr prüft er rund 15000 Bäume darauf, ob sie als verkehrsgefährdend geltende Schäden haben. Auch Umweltverbände werden in die Untersuchungen mit einbezogen. Ob ein untersuchter Baum gefällt wird, entscheidet der Umweltausschuss. Weitere Informationen sind erhältlich auf der Internetseite der Stadt Göttingen goettingen.de.

Voriger Artikel
Nächster Artikel