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Falschgeld für die Rote Straße in Göttingen

Blüten für die linke Szene Falschgeld für die Rote Straße in Göttingen

Die erste Benachrichtigung nahm niemand ernst. Eine gewisse HQ Media GmbH aus der Roten Straße 1, so schrieb die Deutsche Post AG, solle ihr unzustellbares Einschreiben wieder abholen. Mit der zweiten Benachrichtigung ging einer der Bewohner zur Post. Er kam wieder mit 500 Euro Falschgeld.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Blüten für die Rote Straße? Ein dummer Scherz vom politischen Gegner? So schoss es offenbar auch dem Ermittler der Polizei zunächst durch den Kopf. Doch die Sache ist ernst. Die Polizeiinspektion hat die zehn 50-Euro-Scheine beim Landeskriminalamt prüfen lassen.

Es handelt sich tatsächlich zweifelsfrei um Falsifikate. Ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen Geldfälschung (Paragraf 146 des Strafgesetzbuches) wurde eingeleitet. Dem ersten Eindruck nach sind die Scheine durchaus geeignet, betrügerisch in den Zahlungsverkehr gebracht zu werden. Die Qualität, sagt einer, der das Geld in Händen hatte, sei „ziemlich gut“. Nur der silberne Sicherheitsfaden im Papier fehle.

Doch was steckt dahinter? Immerhin hatte es der Verursacher genau darauf abgesehen, der Wohngemeinschaft Rote Straße 1, also einem politisch linken studentischen Wohnprojekt, das Falschgeld zukommen zu lassen – oder es ihnen unterzuschieben. Das Geld war als Einschreiben aufgegeben worden.

Die Adresse so falsch, dass die Post den wattierten Briefumschlag nicht zustellen konnte. Folglich ging er an den vermeintlichen Absender zurück. Als die Sendung nicht abgeholt wurde, steckte die Post eine zweite Erinnerung ein, der die Studenten nachkamen. Deren Annahme, es könnte noch ein zweites Päckchen geben, das jetzt bei der Post liegt, ist von der Polizei widerlegt worden.

Die Empfänger, die das getürkte Einschreiben abholten, machten das einzig Richtige: Sie informierten ihren Anwalt Sven Adam. Der lieferte Blüten und Briefumschlag bei der Polizei ab. Die prüft nun die etwaige Herkunft, versucht, den Postweg nachzuverfolgen und sichert Spuren an dem Brief. Welchen Sinn aber die Zusendung der zehn falschen Fünfziger haben sollte, darüber rätseln Ermittler wie auch linke Bewohner der Roten Straße. 

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