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Familiendrama in Göttingen: Sohn soll dreifache Mutter und Hund umgebracht haben

Muttermörder muss in Psychiatrie Familiendrama in Göttingen: Sohn soll dreifache Mutter und Hund umgebracht haben

In der Zeitungsrolle steckt der Blick, der Postbote bringt Briefe. Jemand hat eine Tüte Kinderstrümpfe vor die Tür gestellt. Nichts deutet darauf, dass hinter dieser Haustür ein Gewaltverbrechen stattfand – fast nichts. Nur der Beutel mit dem weißen Overall eines Spurensicherers und ein Paar blaue Einweghandschuhe im Schmutz zeugen vom nächtlichen Einsatz der Mordkommission.

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Das Haus in Göttingen in dem die 48 Jahre alte Mutter dreier Söhne tot aufgefunden wurde.

Quelle: dpa

Göttingen. Getötet wurde am späten Dienstagnachmittag die 48 Jahre alte Mutter dreier Söhne. Die Türkin wurde gegen 17.30 Uhr von ihrem von der Arbeit heimkehrenden Ehemann (51) tot aufgefunden.

Weder Kerzen noch Blumen stehen am Mittwochmorgen vor dem Mehrfamilienhaus in der Goßlerstraße. Aber in der Nacht nach der Tat hatten sich bis zu 100 Landsleute des Verbrechensopfers vor dem Haus eingefunden, um es zu betrauern. Am Mittwochmittag dann traf der älteste Sohn aus Berlin ein – er hatte vor gut einer Woche geheiratet. Die Familie feierte ein großes Fest.

Jetzt das Familiendrama: Einer der Brüder, ein 27-Jähriger, soll nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft seine Mutter getötet haben. Ermittelt wird wegen Mordes. Nach Tageblatt-Informationen hat er auch den Hund der Familie getötet. Der 27-Jährige war bereits wenige Stunden nach der Tat im Stadtgebiet festgenommen worden. Sein jüngerer Bruder hat dort ein kleines Geschäft, in dem der Tatverdächtige aushalf.

Motiv noch unklar

Der mittlere Sohn der Familie war bereits als psychisch labil bekannt. Er hatte als Verkäufer eines Göttinger Elektronik-Kaufhauses gearbeitet, war entlassen worden und half dann dem Bruder. Vor einigen Jahren soll er einen Suizidversuch unternommen haben. Nachbarn fürchteten gleich, als sie von einem Verbrechen im zweiten Obergeschoss des Mehrfamilienhauses hörten, dass es der mittlere Sohn ist, der als Täter infrage kommt.

Tatsächlich gingen auch die Ermittler schnell davon aus. Um 20.30 Uhr am Dienstag klickten die Handschellen. Der psychisch labile Mann wurde am Mittwoch in eine psychiatrische Klinik gebracht. Das Amtsgericht hat am späten Mittwochnachmittag Unterbringungshaftbefehl erlassen. Zur Tatausführung teilt die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nichts mit.

Sie schreibt lediglich von massiver Gewalteinwirkung gegen den Oberkörper der Mutter. Der Verdächtige selbst hat bisher keine Angaben zur Tat gemacht. Auch beim Motiv tappen die Ermittler noch im Dunkeln.

In einem Wohnhaus in der Goßlerstraße ist am späten Dienstagnachmittag eine 48-jährige Frau tot aufgefunden worden. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen gehe die Polizei von einem Gewaltverbrechen aus, bestätigte Polizeisprecherin Jasmin Kaatz. © dpa

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