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Fans mit „Herz und Seele“

Auch nach einem 1:3 Fans mit „Herz und Seele“

FC Bayern, Stern des Südens – oder besser Südniedersachsens. So jedenfalls sehen es David Schrader (32) und René Jakobsohn (30). Die beiden Göttinger sind eingefleischte Anhänger des FC Bayern München. Und weil sie diese Leidenschaft mit anderen Menschen aus der Region teilen wollen, haben sie jetzt einen Fanclub gegründet: den FC-Bayern-Fanclub Südniedersachsen.

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Freuen sich auf weitere Mitstreiter: Mitglieder des neuen Bayern-Fanclubs zwischen den Gründern David Schrader (links) und René Jakobsohn (rechts).

Quelle: CR

Göttingen. Auch wenn es um Fußball geht: Zur Vereinsgaststätte haben sie ausgerechnet den Keglerkeller in Geismar erkoren. Macht aber nichts. Auch hier kommt man an König Fußball nicht vorbei – und jetzt erst recht nicht.

Auf dem Fernseher im Keller wird gerade das Champions-League-Spiel gegen einen gewissen Bate Baryssau angepfiffen. Gläser klirren. Die Stimmung ist ausgelassen optimistisch. „Wir gewinnen 3:0“, sagt Schrader, und damit ist er noch einer der Pessimisten in der neunköpfigen Bayern-Runde. Die Farben Rot und Weiß dominieren. Ohne Trikot läuft auch beim Fanclub keiner auf. Sogar das große Stadionbanner ist fertig und steht zusammengerollt in der Ecke.

Die Idee, einen Fanclub zu gründen, hätten sie schon länger gehegt, sagt Schrader und nippt an seinem Bier. Nicht erst, seit es bei Bayern so gut laufe wie zuletzt. „Wir sind keine Schönwetterfans“ unterstreicht er. Er selbst sei „seit eh und je“ Bayern-Fan. „Und ich bin zwar in Berlin geboren, aber trotzdem immer schon Bayern-Fan“, ergänzt Jakobsohn.

Ein lautes Raunen unterbricht die Unterhaltung. Toni Kroos hat einen Ball aus aussichtsreicher Position gegen den Pfosten geschossen. Das Tor war leer. „Mensch, das gibt’s doch nicht“, flucht einer. „Jetzt geht’s rund“, fordert ein anderer. Die nächste Runde Bier wird bestellt.

Schrader, der Bäcker ist, und Jakobsohn, der als Maler arbeitet, erzählen derweil, dass sie den Fanclub in erster Linie gegründet haben, um einfacher an Karten für Bayern-Spiele zu kommen. „Als Fanclub wird man da bevorzugt“, erklärt Schrader. Allerdings müsse man mindestens 25 Mitglieder haben, um vom FC Bayern offiziell anerkannt zu werden. „Offiziell sind wird acht, aber es kommen immer mehr dazu“, hofft Jakobsohn. Er hat allen Grund dazu, optimistisch zu sein. „Als wir uns vor zwei Monaten das erste Mal hier getroffen haben, waren wir zwei da und sonst niemand“, sagt Schrader und beide lachen.

Dann wird es still. Der Verein aus Weißrussland, dessen Namen man kaum aussprechen kann, hat soeben das 1:0 erzielt. Die vielen Zeitlupen machen die Sache nicht besser. Ist das wirklich der FC Bayern München, Champions-League-Finalist 2012? Nach kurzer Diskussion einigt man sich darauf, dass das Gegentor ein Zufallsprodukt war. „Das wird schon“, sagt Benno Dietrich, einer der Ältesten in der Runde. Einige nicken. Die gute Stimmung aber ist erst mal dahin.

Dabei wolle man „auch eine lustige Gemeinschaft sein“, erklärt Dietrich. Es gehe eben nicht nur darum, einfach an Karten zu kommen, sondern auch um Zusammengehörigkeit. Eines der Mitglieder sei gar aus Halle angereist. „Eineinhalb Stunden Fahrt“, betont Dietrich. Schrader und Jakobsohn nicken beiläufig. Sie starren auf den Fernseher als hofften sie, dass sich die 1 im Ergebnis wieder in eine 0 verwandelt. Tut sie aber nicht.

Jakobsohn findet als erster seine Fassung wieder. „Wir suchen Leute, die mit Herz und Seele Bayern-Fan sind“, sagt er schließlich. So wie er. So wie alle hier am Tisch.

Sie werden weiter leiden an diesem Abend. 1:3 steht es am Ende. Gegen den kleinen Verein aus Weißrussland. Das kommt vor. Auch beim FC Bayern München. Obwohl, getippt hat das freilich niemand.

Der Bayern-Fanclub trifft sich das nächste Mal am Dienstag, 23. Oktober, um 20.30 Uhr im Keglerkeller, Hauptstraße 19, in Geismar. Internet: fc-bayern-fanclub-suedniedersachsen.de.tl/Home.htm

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