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Faszinierende Polarlichter über Göttingen

Himmelsspektakel Faszinierende Polarlichter über Göttingen

Nach einem heftigen Sonnensturm ist es in der Nacht zum Mittwoch zu einem faszinierenden Schauspiel am nächtlichen Himmel gekommen: Farbintensive Polarlichter waren auch über Südniedersachsen mit bloßem Auge zu sehen – zunächst gegen 21 Uhr, dann noch einmal gegen Mitternacht.

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Diese Aufnahme entstand in Gieboldehausen, fotografiert in Richtung Norden.

Quelle: Wüstefeld

Göttingen/Gieboldehausen. „So intensiv konnte das mystische Himmelsschauspiel mindestens seit Oktober 2003 nicht mehr beobachtet werden“, sagt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher des Internetportals „WetterOnline“.

Aufnahmen von der Beobachtungsplattform des Instituts für Astrophysik in Göttingen mit Blickrichtung Norden.

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Ein guter Standort zur Beobachtung des Farbenspiels am nächtlichen Himmel war auf der Beobachtungsplattform des Instituts für Astrophysik in Göttingen. Klaus Reinsch vom Institut für Astrophysik schickte dem Tageblatt Aufnahmen, die dort am Mittwoch zwischen Mitternacht und 0.15 Uhr in Richtung Norden entstanden. Und auch Aurelius Wüstefeld,  Physikstudent mit Schwerpunkt Astro- und Geophysik, hielt in der Nacht zum Mittwoch die Polarlichter im Foto fest. Sein Standort war Gieboldehausen, ebenfalls Blickrichtung Norden.

„Polarlichter sind in der Region Göttingen relativ selten zu beobachten“, sagt Reinsch. Zu Polarlichterscheinungen in mittleren geografischen Breiten komme es nur, „wenn ein Sonnensturm direkt auf die Erde gerichtet ist und besonders schnelle und viele Teilchen eintreffen.“ Die Teilchen würden in der Regel etwa zwei Tage nach dem Ausbruch auf der Sonne die Erde erreichen, erläutert Reinsch. Mit weiteren Polarlichtern über Göttingen in den kommenden Nächten sei nicht zu rechnen, „da die Auswirkungen des Sonnensturms an der Erde inzwischen abgeklungen sind“. Vorhersagen zum Auftreten von Polarlichtern seien mit einer Vorlaufzeit von etwa zwei Tagen nach Beobachtung eines Sonnensturms möglich, so Reinsch weiter. Sonnenstürme wie der in dieser Woche würden etwa einmal pro Jahr auftreten. Vorhersagen zu den Auswirkungen von Sonnenstürmen auf die Erde werden am Göttinger Institut für Astrophysik im Rahmen des europäischen Weltraumwetter-Frühwarnsystems entwickelt. Grund: Neben den ästhetisch schönen Polarlichtern könnten besonders starke Sonnenstürme auch „den reibungslosen Betrieb von Technologien auf der Erde beeinträchtigen“.

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