Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Feier zur Befreiung vom Faschismus in Göttingen

Antifaschistisches Festessen Feier zur Befreiung vom Faschismus in Göttingen

Wer je an einem 8. Mai in Frankreich war, konnte es miterleben: Festessen aller Bürger unter freiem Himmel als Feier zum Kriegsende und Befreiung vom Faschismus. Jetzt feiern auch die auf diese Weise, die am meisten Grund haben: Deutsche. Und das zusammen mit Flüchtlingen.

Voriger Artikel
Begeistertes Publikum in der Lokhalle
Nächster Artikel
60 000 Euro Schaden bei Wohnungsbrand

Solidarität galt auch beim Essen.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Es gab ein Menü auf dem Wochenmarktplatz, zubereitet von Mitgliedern der Antifaschistischen Linken International (Ali) und ihren Freunden, ausgeschenkt aus Markus Vonckens Voxküche, einem Festival-Catering-Geländemobil.

Gelebte Solidarität in drei Gängen

Drei Gänge: Suppe, das Gemüse gemeinsam geschnibbelt, Nudeln mit Tomatensauce und Parmesan, zum Nachtisch Pannacotta. Dazu Soli-Lambrusco "Ora & Sempre". "Bitte teilt euch den Nachtisch mit einer Nachbarin!", erschallte die Aufforderung zur gelebten Solidarität, denn der Besuch zum ersten Open-Air-8.-Mai war, wie die Sprecherin hinzufügte, überraschend zahlreich und "überwältigend supergeil".

50 Gäste hatten die Veranstalter erwartet, sich auf 80 vorbereitet, 140 kamen. Darunter viele Flüchtlinge. In sechs Sprachen waren sie eingeladen worden. Und viele, die einfach dazustießen, ein Stück Weißbrot in die Tomatensauce tunkten und sich dann am Konzert mit Old Heroes Die, Fisco, ContraReal, NH3 und Cor erfreuten.

Während jenseits der Bahngleise des Kriegsendes eher still und traditionell gedacht wurde, ging es auf dem Wochenmarkt fröhlich zu. "Wir verstehen die historische Mahnung der Häftlinge von Buchenwald, 'Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg', als lebendigen Auftrag", sagte eine Sprecherin der Antifa. Die Befreiung vom deutschen Faschismus dürfe gefeiert werden.

Stände informieren

Wer sich informieren wollte, welche Lehren die Ali und viele solidarische Gruppen daraus ziehen, konnte die Stände ringsum besuchen. Zum Beispiel bei Amnesty International, beim SDAJ oder dem Medinetz Göttingen, in dem sich Menschen aus den medizinischen Berufen zusammengefunden haben, um Flüchtlingen zu helfen, sie kostenlos ärztlich zu versorgen und um gleichzeitig Druck zu machen, dass die Politik die Menschenrechte Geflüchteter auch in der medizinischen Versorgung nicht vergisst.

"Feiern? Ja, aber nicht vergessen, welche Lehren wir aus Krieg und Faschismus zu ziehen haben", erinnert Hannes Roth, Sprecher der Ali, zum 71. Jahrestag des Kriegsendes. Und er vergisst nicht zu erwähnen: "Nie wieder Krieg? Dabei schicken wir die Bundeswehr inzwischen fast wöchentlich in einen neuen Kriegseinsatz."

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Das Tanz-Team des TSC-Schwarz-Gold Göttingen